Was passiert, wenn das Motoröl aufgrund von Alterung seine Schmierfähigkeit verliert?

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Wenn Motoröl altert, verliert es seine chemischen und physikalischen Eigenschaften. Dies geschieht durch Oxidation, thermische Belastung und die Ansammlung von Rückständen (Ruß, Metallabrieb, unverbrannter Kraftstoff).

Hier sind die konkreten Folgen, wenn die Schmierfähigkeit nachlässt, unterteilt in kurzfristige und langfristige Auswirkungen:

1. Erhöhte Reibung und Verschleiß

Die wichtigste Aufgabe des Öls ist es, einen stabilen Schmierfilm zwischen beweglichen Teilen (z. B. Kolben und Zylinderwand, Kurbelwelle und Lager) aufzubauen.

  • Was passiert: Der Schmierfilm reißt ab. Metall reibt direkt auf Metall.
  • Folge: Es entsteht mikroskopisch kleiner Abrieb, der wie Schmirgelpapier wirkt und den Verschleiß im gesamten Motor extrem beschleunigt.

2. Ölschlammbildung (Sludge)

Mit der Zeit zersetzen sich die im Öl enthaltenen Additive. Rußpartikel und Verbrennungsrückstände werden nicht mehr in der Schwebe gehalten.

  • Was passiert: Das Öl dickt ein und wird zu einer teerartigen Masse, dem sogenannten Ölschlamm.
  • Folge: Dieser Schlamm verstopft feine Ölkanäle, Bohrungen und das Ölsieb vor der Pumpe. Bestimmte Stellen im Motor erhalten dann gar kein Öl mehr.

3. Mangelnde Kühlung

Motoröl ist für etwa 20 bis 30 % der Motorkühlung verantwortlich, indem es Hitze von den heißen Stellen (wie den Kolbenböden) wegtransportiert.

  • Was passiert: Gealtertes, verschmutztes Öl kann Wärme schlechter aufnehmen und abführen.
  • Folge: Der Motor wird insgesamt heißer, was wiederum die Alterung des restlichen Öls beschleunigt – ein Teufelskreis.

4. Korrosion und Säurebildung

Bei der Verbrennung entstehen saure Nebenprodukte. Additive im frischen Öl neutralisieren diese Säuren.

  • Was passiert: Wenn diese Additive aufgebraucht sind, steigt der Säuregehalt im Öl.
  • Folge: Metallische Oberflächen und Dichtungen im Inneren des Motors werden angegriffen und können "zerfressen" werden (Lochfraß).

5. Funktionsverlust empfindlicher Bauteile

Moderne Motoren nutzen das Öl oft auch als Hydraulikflüssigkeit.

  • Was passiert: Bauteile wie variable Nockenwellensteuerungen (Vanos/VVT) oder hydraulische Kettenspanner benötigen präzisen Öldruck und sauberes Öl.
  • Folge: Die Steuerkette kann längen oder überspringen, die Ventilsteuerung arbeitet unpräzise. Das führt zu Leistungsverlust, unruhigem Lauf oder im schlimmsten Fall zum Motorschaden.

Die fatalen Endstadien (Was am Ende kaputtgeht):

  1. Lagerschaden: Die Pleuel- oder Kurbelwellenlager fressen sich fest. Das äußert sich oft durch ein lautes Klopfen und führt meist zum wirtschaftlichen Totalschaden.
  2. Kolbenfresser: Der Kolben dehnt sich durch die Reibungshitze so stark aus, dass er in der Zylinderlaufbahn stecken bleibt.
  3. Turboladerschaden: Der Turbolader dreht mit bis zu 250.000 U/min. Wenn hier die Schmierung für nur wenige Sekunden abreißt oder die feinen Zuleitungen durch Ölschlamm verstopfen, brennt die Welle des Laders fest.

Fazit

Altes Öl wirkt im Motor wie "Gift auf Raten". Der Prozess ist schleichend: Zuerst steigt der Kraftstoffverbrauch und die Geräuschkulisse (der Motor läuft "rauer"), dann sinkt die Leistung, bis es schließlich zu einem plötzlichen, teuren mechanischen Defekt kommt.

Empfehlung: Halten Sie die vom Hersteller vorgegebenen Intervalle (meist alle 15.000 bis 30.000 km oder einmal jährlich) unbedingt ein. Bei viel Kurzstreckenbetrieb sollte das Öl sogar noch häufiger gewechselt werden.

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