Was kann man gegen störendes Knistern und Knacken beim Abspielen von Schallplatten tun?
Störendes Knistern und Knacken (oft „Surface Noise“ genannt) kann das Hörerlebnis bei Schallplatten trüben. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, dies zu minimieren. Die Ursachen liegen meist bei Schmutz, statischer Aufladung oder mechanischen Problemen.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was du tun kannst:
1. Die Schallplatte reinigen (Der wichtigste Schritt)
Staubkörner in der Rille sind die häufigste Ursache für Knacken.
- Trockenreinigung: Benutze vor jedem Abspielen eine Carbonfaser-Bürste. Sie entfernt losen Staub und leitet einen Teil der statischen Aufladung ab.
- Nassreinigung: Wenn die Platte auch nach dem Bürsten knackt, sitzt der Schmutz tief in der Rille (oft klebrige Rückstände oder alter Staub).
- Einsteiger-Lösung: Ein Reinigungskit mit Flüssigkeit und Microfasertuch.
- Profi-Lösung: Eine Schallplattenwaschmaschine (z. B. von Knosti oder Pro-Ject). Das „Waschen“ bewirkt oft Wunder, selbst bei gebraucht gekauften, optisch gut erhaltenen Platten.
2. Statische Aufladung bekämpfen
Statik zieht Staub an und entlädt sich beim Abspielen als kleiner „Blitz“, was als lautes Knacken zu hören ist.
- Antistatik-Hüllen: Ersetze die alten Papierhüllen durch gefütterte Innenhüllen (z. B. mit Polyethylen-Auskleidung). Papier erzeugt beim Rausziehen Reibung und Statik.
- Mitlaufbesen: Ein kleiner Besen, der während des Abspielens über die Platte fährt, kann Statik ableiten.
- Zerostat-Pistole: Ein spezielles Gerät, das Ionen abschießt, um die Ladung auf der Platte zu neutralisieren (etwas teurer, aber effektiv).
3. Die Nadel (Stylus) pflegen
Ein schmutziger oder abgenutzter Diamant kann keine sauberen Signale aus der Rille lesen.
- Nadel reinigen: Benutze eine spezielle Nadelbürste oder ein Reinigungsgel (z. B. Onzow Zerodust). Ziehe die Bürste immer vorsichtig von hinten nach vorne über die Nadel.
- Verschleiß prüfen: Eine Nadel hält ca. 500 bis 1.000 Stunden. Wenn sie abgenutzt ist, verzerrt der Klang und das Knistern nimmt zu. In diesem Fall hilft nur ein Austausch.
4. Den Plattenspieler richtig einstellen
Wenn der Tonarm nicht korrekt justiert ist, sitzt die Nadel nicht optimal in der Rille.
- Auflagekraft (Tracking Force): Ist sie zu niedrig, "springt" die Nadel leicht und verursacht Geräusche. Prüfe die Empfehlung des Herstellers deines Tonabnehmers.
- Anti-Skating: Diese Einstellung verhindert, dass die Nadel zu stark gegen eine der Rillenwände drückt.
- Justage: Prüfe mit einer Einstellschablone, ob der Tonabnehmer gerade in der Headshell sitzt.
5. Umwelteinflüsse minimieren
- Luftfeuchtigkeit: Zu trockene Luft (besonders im Winter durch Heizung) begünstigt statische Aufladung. Ein Luftbefeuchter kann helfen.
- Erdung: Stelle sicher, dass das Erdungskabel deines Plattenspielers fest mit dem Verstärker oder Phono-Vorverstärker verbunden ist. Ein fehlendes Massekabel verursacht eher ein Brummen, kann aber auch Störgeräusche verstärken.
6. Wenn nichts mehr hilft: Kratzer
Man muss leider unterscheiden zwischen Schmutz (behebbar) und mechanischen Schäden (Kratzern).
- Wenn es an einer bestimmten Stelle der Platte immer im selben Rhythmus knackt und du dort einen feinen weißen Strich siehst, ist es ein physischer Kratzer. Dagegen hilft leider keine Reinigung.
Zusammenfassender Tipp für den Alltag: Kauf dir eine Carbonbürste für die schnelle Reinigung vor dem Hören und investiere in hochwertige Innenhüllen. Das löst in 80 % der Fälle das Problem!