Was kann man gegen Hautreizungen durch den Pflasterkleber tun?

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Hautreizungen durch Pflasterkleber (Pflasterallergie oder Kontakt-Dermatitis) sind sehr häufig. Die Ursache ist meist entweder eine mechanische Reizung beim Abziehen oder eine Reaktion auf die Inhaltsstoffe des Klebers (wie Kolophonium oder Acrylate).

Hier ist ein Schritt-für-Schritt-Plan, was du tun kannst:

1. Sofortmaßnahmen (wenn das Pflaster noch klebt oder gerade entfernt wurde)

  • Vorsichtig entfernen: Reiße das Pflaster nicht ruckartig ab. Wenn es stark klebt, kannst du den Rand mit etwas Speiseöl, Babyöl oder medizinischem Benzin (aus der Apotheke) betupfen. Das löst den Kleber sanft.
  • Rückstände entfernen: Klebereste auf der Haut nicht rubbeln. Tupfe sie vorsichtig mit Öl ab.
  • Reinigen: Wasche die Stelle mit lauwarmem Wasser und einer pH-neutralen, seifenfreien Waschlotion.
  • Kühlen: Wenn die Haut brennt oder juckt, hilft ein kühler (nicht eiskalter) feuchter Umschlag.

2. Die Reizung behandeln

  • Panthenol-Salbe (z. B. Bepanthen): Hilft der Haut, sich zu regenerieren und beruhigt die Rötung.
  • Aloe Vera Gel: Wirkt kühlend und entzündungshemmend (achte auf reines Gel ohne Duftstoffe).
  • Zinksalbe: Wenn die Stelle leicht nässt, kann Zinksalbe helfen, die Haut zu trocknen und zu schützen.
  • Bei starkem Juckreiz: Eine leichte, frei verkäufliche Hydrocortison-Creme (nur kurzzeitig anwenden) oder ein Antihistaminikum-Gel (wie Fenistil) kann helfen.

3. Bessere Alternativen für die Zukunft

Wenn du empfindliche Haut hast, solltest du herkömmliche Pflaster meiden und auf diese Produkte umsteigen:

  • Sensitiv-Pflaster: Diese verwenden meist hypoallergene Polyacrylat-Kleber und sind atmungsaktiver.
  • Silikon-Pflaster: Das ist der Goldstandard für empfindliche Haut. Sie haften gut, lassen sich aber völlig schmerzfrei und ohne die Hautschichten zu verletzen abziehen.
  • Sprühpflaster: Gut für kleine Schürfwunden an schwierigen Stellen. Achtung: Nicht auf tiefen oder klaffenden Wunden verwenden, da es brennen kann.
  • Mullbinden und Fixierpflaster aus Papier: Anstatt ein Rundum-Klebe-Pflaster zu nutzen, kannst du eine sterile Kompresse auflegen und diese mit einem hautfreundlichen Papier-Klebeband (z. B. Micropore) locker fixieren.
  • Kohäsive (selbsthaftende) Binden: Diese wickelt man um den Finger oder Arm. Sie haften auf sich selbst, aber gar nicht auf der Haut.

4. Tipps zur Vorbeugung

  • Hautschutzspray: Es gibt sogenannte "Barrieresprays" (z. B. Cavilon), die einen unsichtbaren Film auf der Haut bilden, bevor man das Pflaster aufklebt. Das schützt die Haut vor dem Kleber.
  • Nicht dehnen: Klebe das Pflaster niemals unter Zug auf. Wenn die Haut unter dem Pflaster gespannt wird, entstehen mechanische Blasen und Reizungen.
  • Wechsel-Rhythmus: Wenn möglich, die Position des Pflasters oder des Klebestreifens immer leicht variieren, damit die Hautstellen dazwischen "atmen" können.

Wann zum Arzt?

Du solltest einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Sich Blasen bilden, die nässen oder eitern.
  • Die Rötung sich weit über die Pflasterstelle hinaus ausbreitet.
  • Du Fieber bekommst oder die Stelle extrem heiß wird und pocht (Infektionsgefahr).
  • Die Reizung nach 3 Tagen nicht deutlich besser wird.

Tipp: Wenn du häufig reagierst, kannst du beim Hautarzt einen Allergietest (Epikutantest) machen lassen, um genau herauszufinden, welcher Inhaltsstoff (z. B. Kolophonium, Latex oder Terpene) die Reaktion auslöst. Den Namen des Stoffes kannst du dir in einen Allergiepass eintragen lassen.

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