Was kann man gegen eine unerwartet kurze Akkulaufzeit bei E-Book-Readern tun?

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E-Book-Reader (wie Kindle, Tolino oder Kobo) sind für ihre extrem lange Akkulaufzeit bekannt, da das E-Ink-Display nur beim Umblättern Strom verbraucht. Wenn der Akku plötzlich nur noch wenige Tage statt Wochen hält, liegt das meist an bestimmten Einstellungen oder Hintergrundprozessen.

Hier sind die effektivsten Schritte, um die Akkulaufzeit zu verlängern:

1. Flugmodus aktivieren (Wichtigster Punkt)

Die größte Stromquelle nach dem Display ist das WLAN. Wenn der Reader ständig nach einer Verbindung sucht oder im Hintergrund Updates und Synchronisierungen (z. B. Lesestände) durchführt, leert das den Akku schnell.

  • Lösung: Schalte das WLAN (und falls vorhanden Bluetooth) nur ein, wenn du ein Buch herunterlädst. Den Rest der Zeit sollte der Flugmodus aktiv sein.

2. Beleuchtung anpassen

Moderne E-Reader haben eine integrierte Beleuchtung. Auch wenn diese effizient ist, zieht sie bei hoher Helligkeit viel Strom.

  • Lösung: Nutze die Beleuchtung nur, wenn nötig. Tagsüber kannst du sie oft komplett ausschalten. Nutze auch keine "automatische Helligkeitsanpassung", da der Lichtsensor zusätzlich Strom verbraucht.

3. Die "Indexierung" abwarten (nach neuen Büchern)

Wenn du viele Bücher auf einmal auf das Gerät lädst, muss der Reader diese "indexieren", um die Suchfunktion zu ermöglichen. Das ist ein sehr rechenintensiver Prozess, der im Hintergrund läuft und den Akku in wenigen Stunden leeren kann.

  • Lösung: Wenn du 20+ Bücher geladen hast, hänge das Gerät für ein paar Stunden ans Ladegerät, bis die Indexierung abgeschlossen ist.
  • Tipp für Kindle: Suche nach einer sinnlosen Zeichenfolge (z.B. "xzxzx"). Wenn dort steht "X Bücher wurden noch nicht indexiert", weißt du, dass er noch arbeitet.

4. Defekte E-Books finden

Manchmal bleibt der Indexierungsprozess an einer fehlerhaften Datei hängen. Der Prozessor versucht dann endlos, dieses Buch zu lesen, was den Akku extrem schnell leert.

  • Lösung: Wenn die Indexierung auch nach einem Tag nicht fertig ist, lösche die zuletzt hinzugefügten Bücher und füge sie einzeln wieder hinzu, um den Übeltäter zu finden.

5. Aktualisierungsrate des Bildschirms

E-Ink-Displays neigen zum "Ghosting" (Schattenbilder der vorherigen Seite). Um das zu verhindern, flackert der Bildschirm alle paar Seiten schwarz auf (Full Refresh).

  • Lösung: In den Einstellungen (meist unter "Leseoptionen" oder "Display") kannst du feststellen, wie oft die Seite vollständig aktualisiert werden soll. Ein seltenerer Refresh spart ein wenig Energie.

6. Software-Updates prüfen

Hersteller veröffentlichen oft Updates, die Bugs beheben, die den Akku leerfressen (sogenannte "Battery Drains").

  • Lösung: Prüfe in den Einstellungen, ob ein System-Update verfügbar ist.

7. Das magnetische Cover prüfen

Viele Reader wachen automatisch auf, wenn man das Cover öffnet (Smart-Wake). Wenn das Cover nicht richtig sitzt oder der Magnet zu schwach/stark ist, kann es passieren, dass der Reader in der Tasche ständig an- und ausgeht.

  • Lösung: Teste den Reader für ein oder zwei Tage ohne Schutzhülle, um zu sehen, ob sich die Laufzeit verbessert.

8. Temperaturfaktoren

Lithium-Ionen-Akkus hassen Kälte. Wenn du im Winter draußen liest oder das Gerät in einem kalten Auto lässt, sinkt die Kapazität rapide.

  • Lösung: Lagere und nutze den Reader möglichst bei Zimmertemperatur.

9. Neustart und Werkseinstellungen

Wenn gar nichts hilft:

  • Neustart: Halte den Power-Knopf lange gedrückt (ca. 20–40 Sekunden), bis das Gerät komplett neu startet.
  • Werkseinstellungen: Wenn ein Software-Fehler vorliegt, hilft oft nur das Zurücksetzen. Achtung: Dabei werden alle Bücher vom Gerät gelöscht (sie bleiben aber in deiner Cloud).

Wann ist der Akku defekt? Wenn dein Gerät bereits 5-7 Jahre alt ist, könnte der Akku schlichtweg sein Lebensende erreicht haben. Da die meisten E-Reader verklebt sind, ist ein Austausch oft schwierig, aber bei einigen Modellen (vor allem älteren Tolinos oder mit passendem Werkzeug auch Kindles) möglich.

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