Was ist zu tun, wenn die Schneiden des Seitenschneiders Einkerbungen aufweisen und nicht mehr bündig schließen?

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Wenn die Schneiden eines Seitenschneiders Einkerbungen haben und nicht mehr bündig schließen, ist das meist ein Zeichen für eine Überlastung (z. B. durch das Schneiden von zu hartem Draht wie Federstahl oder Nägeln mit einem Kupfer-Seitenschneider).

Je nach Qualität des Werkzeugs und Tiefe der Kerben gibt es drei Möglichkeiten:

1. Die Reparatur (Nachschleifen)

Das ist nur sinnvoll, wenn die Einkerbungen nicht zu tief sind. Beachten Sie dabei: Wenn Sie Material an der Schneide abtragen, müssen Sie auch die Anschlagflächen bearbeiten, damit die Zange wieder komplett schließt.

  • Vorgehensweise:
    • Nutzen Sie eine feine Diamant-Flachfeile oder einen Abziehstein.
    • Schleifen Sie vorsichtig Material an den Außenseiten der Schneidfasen ab, bis die Kerbe verschwindet.
    • Wichtig: Der Winkel der Schneidphase muss unbedingt beibehalten werden.
    • Wenn die Schneiden nun einen Spalt bilden (weil Material fehlt), müssen Sie vorsichtig den "Anschlag" am Gelenk der Zange etwas abfeilen, damit die Schenkel weiter zusammenrücken können.
  • Risiko: Durch das Schleifen entfernen Sie die gehärtete Schicht (Induktivhärtung). Die Zange wird an dieser Stelle schneller wieder stumpf oder bekommt neue Kerben.

2. Weiternutzung als "Grobschneider"

Oft lohnt sich der Aufwand des Schleifens nicht, oder die Präzision leidet zu stark.

  • Benutzen Sie die beschädigte Zange nicht mehr für feine Arbeiten (z. B. Elektronik oder bündiges Abschneiden von Kabelbindern).
  • Markieren Sie die Zange (z. B. mit rotem Klebeband) und nutzen Sie sie nur noch für grobe Arbeiten im Garten oder für Baustahldraht, wo es auf eine saubere Schnittkante nicht ankommt.

3. Neuanschaffung (Wann sich Reparatur nicht lohnt)

In folgenden Fällen sollten Sie die Zange ersetzen:

  • Tiefe Scharten: Wenn die Kerbe tiefer als 0,5 mm ist, müssten Sie so viel Material abtragen, dass die Geometrie der Zange zerstört wird.
  • Lichtspalt: Wenn Sie die Zange gegen das Licht halten und ein deutlicher Spalt zu sehen ist, quetscht die Zange das Material nur noch, statt es zu schneiden. Das führt zu unsauberen Ergebnissen und hohem Kraftaufwand.
  • Sicherheitsrisiko: Bei Billigwerkzeug kann das Material durch die Kerben instabil werden und beim nächsten harten Einsatz splittern.

Tipps für die Zukunft:

  1. Härtegrad beachten: Achten Sie beim Kauf auf die Angabe der Schneidenhärte (z. B. 62-64 HRC für harten Draht).
  2. Richtiges Werkzeug: Nutzen Sie für Stahldraht oder Bowdenzüge niemals einen Elektronik-Seitenschneider, sondern einen Kraft-Seitenschneider oder einen Drahtseilschneider.
  3. Schnittposition: Schneiden Sie harte Drähte immer möglichst nah am Gelenk (dort ist die Hebelkraft am größten und die Belastung für die Schneide am stabilsten), nicht mit der Spitze.

Fazit: Bei einer hochwertigen Zange (z. B. Knipex) kann ein vorsichtiges Nachziehen mit einer Diamantfeile helfen. Bei günstigen Modellen oder tiefen Kerben ist ein Austausch meist die sicherere und nervenschonendere Wahl.

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