Was ist zu tun, wenn die Saugkapazität der Kompresse für die Wundflüssigkeit nicht ausreicht?

Melden

Wenn die Saugkapazität einer Kompresse nicht ausreicht und die Wundflüssigkeit (Exsudat) durchschlägt oder die Wundränder aufweichen, muss das Exsudatmanagement angepasst werden. Eine zu feuchte Wunde verzögert die Heilung und schädigt das umliegende Gewebe (Mazeration).

Hier sind die wichtigsten Schritte und Möglichkeiten, was zu tun ist:

1. Kurzfristige Maßnahme: Verbandswechsel-Intervall erhöhen

Die einfachste Lösung ist, den Verband häufiger zu wechseln. Wenn eine Kompresse, die normalerweise 24 Stunden halten sollte, bereits nach wenigen Stunden durchgefeuchtet ist, muss die Frequenz vorübergehend erhöht werden, bis eine bessere Lösung gefunden ist.

2. Wechsel auf saugstärkere Materialien

Wenn herkömmliche Mull- oder Vlieskompressen versagen, sollten spezialisierte Wundauflagen verwendet werden:

  • Superabsorber (SAP): Diese enthalten einen Kern aus quellfähigen Polymeren (ähnlich wie in Windeln). Sie können ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen und binden diese sicher im Inneren, selbst unter Druck (z. B. bei Kompressionstherapie).
  • Schaumstoffe (Polyurethanschaum): Diese saugen Flüssigkeit schnell auf und halten das Wundmilieu feucht, aber nicht nass. Sie sind ideal für mäßig bis stark exsudierende Wunden.
  • Alginate und Hydrofasern: Diese Materialien werden direkt in die Wunde (z. B. bei tiefen Wunden/Wundhöhlen) eingelegt. Sie nehmen Flüssigkeit auf und verwandeln sich in ein Gel. Sie müssen jedoch immer mit einem Sekundärverband (z. B. Superabsorber) abgedeckt werden.

3. Wundranschutz (Schutz vor Mazeration)

Wenn viel Flüssigkeit austritt, ist die Haut um die Wunde herum extrem gefährdet aufzuweichen (Mazeration).

  • Verwenden Sie einen Hautschutzfilm (Lolly oder Spray) oder eine spezielle Zinksalbe/Barrierecreme auf der gesunden Haut direkt am Wundrand, um sie vor der Feuchtigkeit zu versiegeln.

4. Ursachenforschung: Warum fließt so viel Flüssigkeit?

Es ist wichtig zu klären, warum die Wunde so stark nässt. Mögliche Gründe sind:

  • Infektion: Eine plötzliche Zunahme von Wundflüssigkeit (oft kombiniert mit Geruch, Rötung oder Schmerz) deutet auf eine Infektion hin.
  • Ödeme: Bei Wunden an den Beinen ist oft eingelagertes Wasser die Ursache. Hier hilft meist nur eine konsequente Kompressionstherapie (Wickeln des Beins), um die Flüssigkeit abzutransportieren.
  • Grunderkrankungen: Eine Herzschwäche oder Nierenprobleme können zu verstärkten Wassereinlagerungen und damit zu nässenden Wunden führen.

5. Ärztliche Rücksprache

Wenn die Kompresse regelmäßig durchweicht, sollten Sie einen Arzt oder einen spezialisierten Wundexperten hinzuziehen. Ein einfacher Verbandwechsel reicht oft nicht aus, wenn die zugrunde liegende Ursache (z. B. Infektion oder Ödem) nicht behandelt wird.

Zusammenfassend:

  1. Reinigen und Hautränder schützen.
  2. Auf Superabsorber oder Schaumverbände umstellen.
  3. Häufigkeit der Wechsel anpassen.
  4. Bei Anzeichen einer Infektion (Eiter, Geruch, Hitze) sofort zum Arzt.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

0