Was ist der Unterschied zwischen Händewaschen und Händedesinfektion?

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Obwohl beide Methoden dazu dienen, die Hände hygienisch sauber zu halten, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Wirkungsweise, Anwendung und Wirkung auf die Haut.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:

1. Wirkungsweise (Was passiert?)

  • Händewaschen: Es ist ein mechanischer Prozess. Seife löst Schmutz, Fette und einen Großteil der Mikroorganismen (Bakterien, Viren) von der Hautoberfläche. Diese werden anschließend mit dem Wasser abgespült. Die Keime werden also primär entfernt, nicht unbedingt abgetötet.
  • Händedesinfektion: Es ist ein chemischer Prozess. Das Desinfektionsmittel dringt in die Zellwand von Bakterien ein oder zerstört die Hülle von Viren. Die Krankheitserreger werden direkt auf der Hand abgetötet oder inaktiviert.

2. Wirksamkeit

  • Händewaschen: Entfernt sichtbaren Schmutz und reduziert die Keimzahl deutlich. Es ist besonders effektiv gegen bestimmte Erreger, gegen die Desinfektionsmittel weniger gut wirken, wie z. B. Bakteriensporen (z. B. Clostridium difficile) oder manche unbehüllten Viren (z. B. Noroviren), da diese einfach mechanisch weggespült werden.
  • Händedesinfektion: Wirkt wesentlich gründlicher gegen die meisten Bakterien und (je nach Mittel) Viren. Sie ist in der Regel schneller und effektiver darin, die Übertragung von Krankheiten in medizinischen Bereichen zu verhindern.

3. Hautverträglichkeit

  • Händewaschen: Häufiges Waschen mit Wasser und Seife greift den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an und entzieht ihr Lipide (Fette). Das führt dazu, dass die Haut austrocknet und rissig wird.
  • Händedesinfektion: Hochwertige Händedesinfektionsmittel enthalten oft Rückfetter (wie Glycerin). Entgegen der weitläufigen Meinung ist eine Desinfektion oft schonender für die Haut als häufiges Waschen, da die hauteigenen Fette nicht weggespült, sondern durch die Rückfetter teilweise ersetzt werden.

4. Dauer und Anwendung

  • Händewaschen: Dauert etwa 20 bis 30 Sekunden (Einseifen) plus das anschließende Abspülen und sorgfältige Abtrocknen.
  • Händedesinfektion: Man verreibt etwa 3 ml des Mittels für 30 Sekunden in den trockenen Händen, bis diese wieder vollständig trocken sind. Ein Abspülen oder Abtrocknen entfällt.

5. Wann macht man was? (Faustregel)

  • Händewaschen:
    • Bei sichtbarer Verschmutzung.
    • Nach dem Toilettengang.
    • Vor dem Essen / Zubereiten von Speisen.
    • Wenn man nach Hause kommt.
  • Händedesinfektion:
    • Wenn kein Waschbecken zur Verfügung steht (unterwegs).
    • Im medizinischen Bereich oder in der Pflege.
    • Bei Kontakt mit Infektionskrankheiten (z. B. während der Grippewelle).
    • Wenn man die Haut schonen will und die Hände nicht sichtbar dreckig sind.

Wichtiger Hinweis:

Man sollte die Hände nicht direkt hintereinander waschen und desinfizieren. Das Waschen öffnet die Poren und schwächt die Barriere; wenn danach sofort Alkohol (Desinfektion) aufgetragen wird, brennt dies nicht nur, sondern schädigt die Haut massiv.

Die Regel lautet: Entweder waschen (bei Schmutz) oder desinfizieren (für die Hygiene). Desinfizieren auf sauberer Haut ist der Goldstandard für die Infektionsprävention.