Was ist der Unterschied zwischen den Oberflächenqualitäten Si (sichtbar) und NSi (nicht sichtbar)?

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Die Begriffe Si (Sichtqualität) und NSi (Nicht-Sichtqualität) stammen aus dem Holzbau und beschreiben die optische Beschaffenheit der Oberfläche von Holzbauteilen (wie z. B. Brettschichtholz, Brettsperrholz oder Konstruktionsvollholz).

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der statischen Belastbarkeit (beide sind technisch gleich stabil), sondern rein in der Ästhetik und Oberflächenbearbeitung.

Hier ist ein detaillierter Vergleich:

1. NSi – Nicht-Sichtqualität (Industriequalität)

Diese Qualität wird verwendet, wenn das Holz nach dem Einbau nicht mehr sichtbar ist, weil es beispielsweise durch Gipskartonplatten, Dämmung oder andere Verkleidungen verdeckt wird.

  • Oberfläche: Die Oberfläche ist meist nur egalisiert (gehobelt), kann aber raue Stellen oder Baumkanten aufweisen.
  • Optik: Optische Fehler sind zulässig. Dazu gehören:
    • Verfärbungen (z. B. Bläue oder Rotstreifigkeit).
    • Große, festgewachsene oder auch ausgefallene Äste.
    • Größere Risse (sofern sie die Statik nicht beeinflussen).
    • Markröhren und Harzgallen.
  • Preis: Günstiger als Sichtqualität.

2. Si – Sichtqualität (Wohnsichtqualität)

Diese Qualität wird gewählt, wenn das Holz im fertigen Gebäude sichtbar bleibt und als Gestaltungselement dient (z. B. offene Dachstühle, sichtbare Holzwände oder Decken).

  • Oberfläche: Die Oberfläche ist sauber gehobelt und oft geschliffen. Sie fühlt sich glatt an.
  • Optik: Es gelten strenge Anforderungen an das Aussehen:
    • Nur festverwachsene, gesunde Äste sind erlaubt. Ausgefallene Äste werden oft durch Holzstoppel (Querholzplättchen) ersetzt.
    • Verfärbungen (wie Bläue) sind weitestgehend ausgeschlossen.
    • Risse sind nur in sehr geringem Maße zulässig.
    • Harzgallen werden meist ausgefräst und mit Schiffchen (Holzeinsätzen) ausgebessert.
  • Preis: Teurer, da die Sortierung strenger ist und die Nachbearbeitung (Schleifen, Ausbessern) mehr Zeit kostet.

Vergleichstabelle auf einen Blick

Merkmal NSi (Nicht-Sichtqualität) Si (Sichtqualität)
Verwendung Verdeckter Einbau (hinter Wand) Sichtbarer Einbau (Wohnraum)
Oberfläche Egalisiert / Grob gehobelt Fein gehobelt / Geschliffen
Äste Fast alles zulässig Nur gesunde, festgewachsene Äste
Fehlstellen Werden nicht ausgebessert Werden mit Holzstoppeln/Schiffchen repariert
Bläue/Verfärbung Zulässig Nicht zulässig bzw. stark begrenzt
Preis Standardpreis Aufpreis (ca. 10–25 % teurer)

Wichtige Zusatzinfo: Industriesichtqualität

Häufig gibt es noch eine Zwischenstufe, die Industriesichtqualität (ISI). Diese ist besser als NSi (keine großen Fehlstellen), aber nicht so perfekt wie die hochwertige Wohn-Sichtqualität. Sie wird oft in Gewerbehallen oder Werkstätten eingesetzt, wo die Optik zwar eine Rolle spielt, aber nicht "perfekt" für einen Wohnraum sein muss.

Fazit: Wenn du eine Holzwand später verputzt oder mit Rigips beplankst, reicht NSi. Wenn du die Struktur des Holzes im Wohnzimmer sehen möchtest, solltest du unbedingt Si wählen.

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