Was ist der Hauptunterschied zwischen einer herkömmlichen Gesichtscreme und einer speziellen Augencreme?
Der Hauptunterschied zwischen einer herkömmlichen Gesichtscreme und einer speziellen Augencreme liegt in der Anatomie der Hautpartie und der daraus resultierenden Formulierung des Produkts.
Hier sind die vier entscheidenden Unterschiede im Detail:
1. Die Hautbeschaffenheit
Die Haut um die Augen ist die dünnste des gesamten Körpers (etwa 0,5 mm dick, während sie im restlichen Gesicht ca. 1 bis 2 mm misst). Zudem besitzt die Augenpartie:
- Kaum Talgdrüsen: Sie wird kaum von Natur aus gefettet und neigt daher schneller zu Trockenheitsfältchen.
- Wenig Unterhautfettgewebe: Dadurch scheinen Gefäße leichter durch (Augenringe) und Schwellungen werden schneller sichtbar.
2. Das „Kriechverhalten“ (Spreitvermögen)
Dies ist technisch gesehen der wichtigste Unterschied:
- Gesichtscremes enthalten oft Öle und Fette, die sich auf der Haut weit ausbreiten (sie „kriechen“). Gelangen diese Öle ins Auge, reizen sie die Bindehaut, was zu Tränen, Brennen oder Rötungen führt.
- Augencremes sind so formuliert, dass sie an Ort und Stelle bleiben. Sie enthalten spezielle Öle mit geringem Spreitvermögen, damit sie nicht in die Augen wandern.
3. Inhaltsstoffe und Verträglichkeit
- Reizstoffe: Augencremes verzichten meist konsequent auf Duftstoffe, bestimmte Konservierungsstoffe oder kriechende Alkohole, die die empfindliche Schleimhaut der Augen reizen könnten.
- Spezielle Wirkstoffe: Augencremes enthalten oft Wirkstoffe gegen spezifische Probleme dieser Zone, wie z. B. Koffein gegen Schwellungen (Tränensäcke), Vitamin K oder Niacinamide gegen dunkle Augenringe oder besonders sanfte Hyaluronsäure-Verbindungen für die dünne Haut.
- pH-Wert: Der pH-Wert einer Augencreme ist oft näher an dem der Tränenflüssigkeit eingestellt, um Irritationen zu vermeiden.
4. Die Konsistenz
Augencremes sind oft leichter (als Gele oder leichte Emulsionen), damit sie beim Auftragen die empfindliche Haut nicht unnötig dehnen oder beschweren. Es gibt jedoch auch sehr reichhaltige Augencremes für extrem trockene Haut, die aber dennoch das oben genannte Kriechverhalten vermeiden.
Fazit: Braucht man wirklich beides?
- Ja, wenn Sie empfindliche Augen haben, zu Schwellungen neigen oder eine Gesichtscreme nutzen, die stark parfümiert ist oder Anti-Aging-Stoffe wie Retinol in hoher Konzentration enthält (was am Auge zu aggressiv sein kann).
- Nein, wenn Sie eine sehr milde, unparfümierte und eher fettarme Basis-Feuchtigkeitspflege verwenden, die Ihre Augen nicht reizt.
Pro-Tipp: Augencreme niemals einreiben, sondern immer nur mit dem Ringfinger (der hat am wenigsten Kraft) sanft einklopfen.