Was unterscheidet Augencreme von einer herkömmlichen Gesichtscreme?

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Obwohl viele Menschen der Meinung sind, eine normale Gesichtscreme reiche aus, gibt es spezifische Unterschiede in der Formulierung, die auf die besonderen Bedürfnisse der Augenpartie abgestimmt sind.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede:

1. Die Beschaffenheit der Haut

Die Haut um die Augen ist etwa dreimal dünner als im restlichen Gesicht. Sie besitzt:

  • Kaum Unterhautfettgewebe.
  • Fast keine Talgdrüsen (weshalb sie schneller austrocknet).
  • Ein schwächeres Bindegewebe. Zudem ist sie durch ständige Mimik (Blinzeln, Lachen) extrem beansprucht. Eine Augencreme muss daher intensiver Feuchtigkeit spenden, ohne die dünne Haut zu beschweren.

2. Verzicht auf „Kriechöle“

Dies ist einer der technisch wichtigsten Unterschiede. Normale Gesichtscremes enthalten oft Öle, die sich leicht auf der Haut verteilen (sogenannte Kriechöle). Wenn diese in die Nähe der Augen gelangen, „kriechen“ sie in den Tränensack oder direkt ins Auge. Das führt zu:

  • Brennen und Rötungen.
  • Gereizten Schleimhäuten.
  • Einem schmierigen Film auf den Kontaktlinsen. Augencremes sind so formuliert, dass sie genau dort bleiben, wo sie aufgetragen wurden.

3. Spezielle Wirkstoffe

Augencremes enthalten oft Wirkstoffe, die in normalen Gesichtscremes weniger verbreitet sind, da sie gezielt Probleme der Augenpartie ansprechen:

  • Gegen Schwellungen: Koffein oder Rosskastanie zur Entwässerung.
  • Gegen Augenringe: Vitamin K, Vitamin C oder spezielle Peptide, die die Blutgefäße stärken.
  • Gegen Mimikfalten: Höher konzentrierte Hyaluronsäure oder sanfteres Retinol.

4. Verträglichkeit und pH-Wert

Die Augenpartie reagiert empfindlicher auf Reizstoffe. Daher unterscheiden sich Augencremes oft in folgenden Punkten:

  • Parfümfrei: Viele Augencremes verzichten komplett auf Duftstoffe, da diese Allergien auslösen können.
  • pH-Wert: Der pH-Wert einer Augencreme ist oft an den der Tränenflüssigkeit angepasst (ca. 7,1 bis 7,4), während Gesichtscremes eher sauer eingestellt sind (ca. 5,5), um den Säureschutzmantel der Haut zu unterstützen.
  • Augenärztliche Tests: Viele Produkte sind zusätzlich ophthalmologisch (augenärztlich) getestet.

5. Die Textur

Augencremes sind meist leichter oder haben eine spezielle Konsistenz, die sich einklopfen lässt, anstatt sie mit Druck verreiben zu müssen. Das schont das empfindliche Gewebe. Es gibt jedoch auch sehr reichhaltige Augenbalsame für extrem trockene Haut.


Fazit: Braucht man wirklich eine extra Augencreme?

  • Ja, wenn: Sie empfindliche Augen haben, zu Schwellungen oder dunklen Schatten neigen oder wenn Ihre normale Gesichtscreme in den Augen brennt.
  • Nein, wenn: Sie eine sehr milde, parfümfreie und feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme ohne Kriechöle haben, die Sie gut vertragen.

Pro-Tipp: Augencreme sollte immer mit dem Ringfinger sanft eingeklopft und nicht verrieben werden, um die Haut nicht zu dehnen.