Was hilft gegen Juckreiz und trockene Haut unter Stützstrümpfen?

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Juckreiz und trockene Haut sind sehr häufige Nebenwirkungen beim Tragen von Kompressions- oder Stützstrümpfen. Da die Strümpfe eng anliegen, wird der natürliche Talgfilm der Haut abgerieben, und die Haut kann weniger „atmen“.

Hier sind die effektivsten Tipps, um die Haut zu beruhigen und die Beschwerden zu lindern:

1. Die richtige Hautpflege (Zeitpunkt ist entscheidend!)

Das wichtigste Prinzip: Niemals direkt vor dem Anziehen eincremen, es sei denn, Sie nutzen spezielle Produkte. Fettreiche Cremes können die elastischen Fasern der Strümpfe zerstören.

  • Abendliche Pflege: Cremen Sie Ihre Beine direkt nach dem Ausziehen der Strümpfe am Abend ein. So hat die Haut die ganze Nacht Zeit, die Feuchtigkeit aufzunehmen.
  • Wirkstoffe: Nutzen Sie Cremes mit Urea (Harnstoff), Panthenol oder Aloe Vera. Urea bindet die Feuchtigkeit in der Haut besonders gut.
  • Spezielle Schaum-Cremes: Es gibt im Sanitätshaus spezielle Pflegeschaum-Produkte (z. B. von Marken wie Allpresan oder Medi), die extra für Kompressionsträger entwickelt wurden. Diese ziehen sofort ein, fetten nicht und greifen das Material der Strümpfe nicht an. Manche dürfen sogar kurz vor dem Anziehen verwendet werden.

2. Pflege der Strümpfe

Rückstände von Schweiß, Hautschuppen und alten Cremeresten im Gewebe reizen die Haut zusätzlich und verursachen Juckreiz.

  • Täglich waschen: Strümpfe müssen nach jedem Tragetag gewaschen werden. Das entfernt Hautschuppen und Salzrückstände vom Schweiß. Zudem bringt es den Strumpf wieder in seine ursprüngliche Form (besserer Halt).
  • Mildes Waschmittel: Nutzen Sie spezielles Waschmittel für Kompressionsstrümpfe oder ein sehr mildes Feinwaschmittel. Verzichten Sie unbedingt auf Weichspüler, da dieser die Poren der Fasern verklebt und Hautirritationen begünstigt.

3. Kühlung gegen akuten Juckreiz

Wenn es tagsüber unter dem Strumpf juckt:

  • Kühlsprays: Es gibt spezielle Sprays, die man direkt über den Strumpf sprühen kann. Sie wirken kühlend und hinterlassen keine Flecken.
  • Kühle Umschläge: Nach dem Ausziehen der Strümpfe helfen kühle (nicht eiskalte) feuchte Tücher, die gereizte Haut zu beruhigen.

4. Das Material prüfen

Nicht jeder verträgt jedes Material.

  • Naturfaser-Anteil: Wenn Sie sehr empfindliche Haut haben, fragen Sie im Sanitätshaus nach Modellen mit Baumwoll- oder Seidenanteil auf der Innenseite.
  • Haftrand kontrollieren: Oft juckt es besonders unter dem Silikon-Haftrand. Hier kann es helfen, auf einen Noppenhaftrand umzusteigen (bessere Belüftung) oder die Stelle besonders gründlich zu reinigen.

5. Anziehhilfen nutzen

Manchmal entstehen Reizungen durch das starke Zerren an der Haut beim Anziehen. Eine Anziehhilfe oder Gummihandschuhe helfen, den Strumpf gleichmäßig zu verteilen, ohne die Hautoberfläche durch zu viel Reibung zu strapazieren.

Was Sie vermeiden sollten:

  • Kratzen: Da die Haut unter Stützstrümpfen oft schlechter durchblutet oder durch Venenprobleme vorbelastet ist, heilen kleine Kratzwunden langsamer und können sich entzünden.
  • Zu heißes Duschen: Heißes Wasser entzieht der Haut noch mehr Fett. Duschen Sie die Beine lieber lauwarm ab (das fördert zudem die Venentätigkeit).

Wann zum Arzt? Wenn die Haut nicht nur trocken ist, sondern rote Pusteln, nässende Stellen oder eine starke Schuppung aufweist, könnte ein Stauungsekzem oder eine Allergie (z. B. gegen das Silikon im Haftband) vorliegen. In diesem Fall sollten Sie einen Hautarzt oder Phlebologen (Venenspezialisten) aufsuchen.

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