Was bedeuten die Zahlen- und Buchstabenkombinationen wie „5W-30“ auf einer Motoröl-Flasche genau?

Bearbeiten
Löschen

Die Zahlen- und Buchstabenkombinationen wie „5W-30“ beschreiben die Viskosität des Motoröls, also seine Fließeigenschaft bei verschiedenen Temperaturen.

Diese Klassifizierung stammt von der SAE (Society of Automotive Engineers). Da moderne Öle fast immer „Mehrbereichsöle“ sind (also für Sommer und Winter funktionieren), besteht die Angabe aus zwei Teilen:


1. Die Zahl vor dem „W“ (z. B. 5W)

Das „W“ steht für Winter. Diese Zahl beschreibt die Fließeigenschaften des Öls bei Kälte.

  • Je niedriger die Zahl, desto flüssiger bleibt das Öl bei tiefen Temperaturen.
  • Warum ist das wichtig? Wenn Sie den Motor im Winter starten, ist das Öl zähflüssig. Die Ölpumpe muss es so schnell wie möglich an alle beweglichen Teile (Kolben, Lager) fördern. Ein „0W“- oder „5W“-Öl erreicht die Schmierstellen viel schneller als ein „15W“-Öl, was den Verschleiß beim Kaltstart massiv reduziert.

2. Die Zahl nach dem Bindestrich (z. B. 30)

Diese Zahl beschreibt das Fließverhalten des Öls bei einer Betriebstemperatur von 100 °C.

  • Je höher die Zahl, desto „dickflüssiger“ (belastbarer) bleibt der Schmierfilm bei Hitze.
  • Warum ist das wichtig? Bei hohen Drehzahlen oder Fahrten im Sommer wird der Motor sehr heiß. Das Öl darf dann nicht zu dünn wie Wasser werden, da sonst der Schmierfilm reißen könnte, was zu einem Motorschaden führen würde.

Ein Vergleich zur Veranschaulichung:

  • 0W-40: Ein sehr hochwertiges Öl. Es ist extrem flüssig beim Kaltstart (0W) und bietet gleichzeitig hohe Reserven bei extremer Hitze (40).
  • 10W-40: Ein Standardöl. Es ist bei Kälte etwas dickflüssiger als ein 5W-Öl, aber für durchschnittliche europäische Winter völlig ausreichend.
  • 20W-50: Ein eher dickflüssiges Öl, das oft in Oldtimern oder in sehr heißen Regionen verwendet wird.

Warum ist das für Sie wichtig?

Sie sollten immer genau das Öl verwenden, das der Fahrzeughersteller in der Betriebsanleitung vorschreibt.

  1. Schutz: Zu dickes Öl kommt beim Kaltstart nicht rechtzeitig überall an.
  2. Spritverbrauch: Zu „dickes“ Öl (hohe zweite Zahl) erzeugt mehr inneren Widerstand im Motor, was den Kraftstoffverbrauch leicht erhöhen kann. Moderne Autos nutzen oft 0W-20 oder 5W-30, um Sprit zu sparen.
  3. Garantie: Die Verwendung einer falschen Viskosität kann zum Erlöschen der Motorgarantie führen.

Zusatz-Tipp: Neben der SAE-Klasse (5W-30) gibt es auch Hersteller-Freigaben (z. B. „VW 507 00“ oder „BMW Longlife-04“). Diese sind oft noch wichtiger als die reine Viskosität, da sie die chemische Zusammensetzung des Öls für den speziellen Motortyp festlegen.