Was bedeuten die Typenzahlen (z. B. Type 405) auf den Mehlverpackungen?
Die Typenzahlen auf Mehlverpackungen (wie Type 405, 550 oder 1050) geben den Mineralstoffgehalt des Mehls an.
Hier ist die einfache Erklärung, was das bedeutet und wie es gemessen wird:
1. Was genau bedeutet die Zahl?
Die Zahl gibt an, wie viele Milligramm Mineralstoffe (wie Magnesium, Kalzium, Eisen und Kalium) in 100 Gramm trockenem Mehl enthalten sind.
- Beispiel Type 405: Dieses Mehl enthält durchschnittlich 405 mg Mineralstoffe pro 100 g.
- Beispiel Type 1050: Dieses Mehl enthält durchschnittlich 1050 mg Mineralstoffe pro 100 g.
2. Wie wird das gemessen? (Die „Asche-Methode“)
Um die Type zu bestimmen, wird im Labor eine kleine Menge Mehl bei ca. 900 Grad in einem speziellen Ofen verbrannt. Alle organischen Bestandteile (Stärke, Eiweiß, Vitamine) verbrennen dabei komplett. Was übrig bleibt, ist eine kleine Menge Asche – das sind die unbrennbaren Mineralstoffe. Diese Asche wird gewogen, und das Ergebnis ist die Typenzahl.
3. Warum sind die Zahlen unterschiedlich?
Das Geheimnis liegt im Korn. Ein Getreidekorn besteht aus dem Mehlkörper (innen, viel Stärke) und den Randschichten bzw. der Schale (außen, viele Ballaststoffe und Mineralien).
- Niedrige Zahl (z. B. 405): Es wurde fast nur der innere Kern des Korns gemahlen. Das Mehl ist sehr hell, fein und hat wenig Mineralstoffe, aber dafür hervorragende Backeigenschaften für feine Kuchen.
- Hohe Zahl (z. B. 1050): Es wurden auch Teile der mineralstoffreichen Schale mitgemahlen. Das Mehl ist dunkler, schmeckt kräftiger und ist gesünder (mehr Ballaststoffe).
4. Kurze Übersicht der gängigsten Typen:
- Type 405 (Weizen): Das klassische Haushaltsmehl. Ideal für Kuchen, Plätzchen und helle Teige. Es bindet Flüssigkeit gut und macht den Teig locker.
- Type 550 (Weizen): Etwas griffiger. Es wird gerne für Brötchen, Pizza oder Hefeteig verwendet, da es den Teig stabiler macht.
- Type 1050 (Weizen): Ein dunkleres Mischmehl. Gut für herzhafte Brote oder Graubrot.
- Type 1150 (Roggen): Standardmehl für Roggenbrote oder Sauerteigbrote.
Und was ist mit Vollkornmehl?
Vollkornmehl hat keine Typenzahl. Da hier das gesamte Korn (inklusive Keimling und aller Schalen) verarbeitet wird, unterliegt der Mineralstoffgehalt natürlichen Schwankungen (je nach Ernte und Boden). Da gesetzlich vorgeschrieben ist, dass alles vom Korn enthalten sein muss, erübrigt sich die Typisierung.
Faustregel: Je höher die Zahl, desto gesünder (mehr Mineralien und Ballaststoffe) und dunkler ist das Mehl, aber desto kräftiger ist auch der Geschmack und die benötigte Flüssigkeitsmenge beim Backen.