Warum zieht manche Fußcreme nur sehr langsam in die Haut ein?
Dass Fußcreme oft deutlich langsamer einzieht als beispielsweise eine Bodylotion oder Gesichtscreme, hat mehrere biologische und chemische Gründe. Es ist meistens sogar beabsichtigt.
Hier sind die Hauptgründe:
1. Die Beschaffenheit der Haut an den Füßen
Die Haut an den Fußsohlen unterscheidet sich grundlegend vom Rest des Körpers:
- Keine Talgdrüsen: Die Fußsohlen besitzen keine Talgdrüsen, die Fett produzieren. Dadurch ist die Haut dort von Natur aus trockener und weniger geschmeidig.
- Dicke Hornschicht: Um den Belastungen beim Gehen standzuhalten, hat der Fuß eine sehr dicke Hornschicht (Stratum corneum). Wirkstoffe und Fette müssen erst diese dicken Zellschichten durchdringen, was wesentlich länger dauert als bei dünner Haut (z. B. am Handrücken).
2. Die Art der Emulsion (Wasser-in-Öl)
Kosmetische Produkte sind meist Emulsionen aus Wasser und Öl.
- Leichte Cremes (Öl-in-Wasser): Hier ziehen die Wassertropfen schnell ein und verdunsten, das Öl folgt.
- Fußcremes (Wasser-in-Öl): Viele Fußcremes sind reichhaltige W/O-Emulsionen. Hier umschließt das Öl das Wasser. Da Öl langsamer in die Hornschicht eindringt als Wasser, bleibt ein spürbarer Film auf der Haut zurück. Dieser Film ist gewollt, um die Haut extrem geschmeidig zu machen und Feuchtigkeit einzuschließen.
3. Der Okklusionseffekt (Schutzfilm)
Fußcremes enthalten oft Inhaltsstoffe wie Lanolin (Wollwachs), Bienenwachs, Paraffin oder Vaseline. Diese Stoffe ziehen gar nicht richtig in die Haut ein, sondern legen sich wie ein Schutzschild darauf.
- Dieser Film verhindert, dass die hauteigene Feuchtigkeit verdunstet.
- Er schützt zudem vor Reibung im Schuh.
4. Hoher Anteil an Wirkstoffen wie Urea
Viele Fußcremes enthalten eine hohe Konzentration an Urea (Harnstoff) – oft 10 % oder mehr. Urea bindet Wasser extrem stark. Wenn die Creme aufgetragen wird, zieht sie die Feuchtigkeit an und hält sie in der obersten Hautschicht fest. Das kann sich auf der Oberfläche klebrig oder „feucht“ anfühlen, lange nachdem das Wasser der Creme eigentlich verdunstet ist.
5. Fehlende Vorbereitung der Haut
Wenn die Hornhaut zu dick oder rissig ist, wirkt sie wie eine Barriere. Die Creme „sitzt“ dann nur oben auf den abgestorbenen Hautschuppen fest, anstatt in die tieferen, lebendigen Hautschichten einzudringen.
Tipps, damit die Creme besser einzieht:
- Nach dem Duschen cremen: Die Haut ist dann leicht aufgequollen und aufnahmefähiger.
- Peeling/Hornhaut entfernen: Ohne die dicke Barriere aus abgestorbenen Zellen zieht die Creme viel schneller ein.
- Einmassieren: Durch die Wärme und die mechanische Bewegung dringen die Fette besser in die Zwischenräume der Hautzellen ein.
- Baumwollsocken-Trick: Die Creme dick auftragen und über Nacht dünne Baumwollsocken anziehen. Durch die entstehende Wärme öffnen sich die Poren, und die Creme kann ungestört einwirken, ohne auf dem Boden oder im Bettlaken zu landen.
Zusammenfassend: Fußcreme zieht langsam ein, weil sie gegen eine dicke Hautbarriere ankämpfen muss und gleichzeitig darauf ausgelegt ist, einen langanhaltenden Schutzfilm zu bilden.