Warum wirkt Lakritz bei Erkältungen oft wohltuend auf die Atemwege?

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Lakritz wird aus der Extraktion der Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra) gewonnen. Dass es bei Erkältungen und Atemwegsbeschwerden wohltuend wirkt, liegt an der besonderen chemischen Zusammensetzung der Pflanze, insbesondere am Hauptwirkstoff Glycyrrhizin.

Hier sind die wichtigsten Gründe für die Wirkung:

1. Schleimlösende Wirkung (Expektorierend)

Süßholzwurzel enthält Saponine (seifenähnliche Stoffe), allen voran das Glycyrrhizin. Diese Stoffe regen die Drüsen in den Bronchien dazu an, dünnflüssigeren Schleim zu produzieren. Dadurch wird festsitzender Schleim verflüssigt und kann leichter abgehustet werden.

2. Entzündungshemmende Eigenschaften

Glycyrrhizin hat eine ähnliche Struktur wie körpereigene Hormone (Steroide). Es hemmt den Abbau von Cortisol im Körper, was dazu führt, dass Entzündungsprozesse in den Schleimhäuten der Atemwege gemildert werden. Das beruhigt gereizte Bronchien und lindert Halsschmerzen.

3. Reizmildernd und schützend

Wenn man Lakritz lutscht oder als Tee trinkt, legen sich die enthaltenen Schleimstoffe wie ein schützender Film über die gereizten Schleimhäute im Rachen. Dies dämpft den Hustenreiz und lindert das typische Kratzen im Hals.

4. Antivirale und antibakterielle Effekte

Studien haben gezeigt, dass Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel das Wachstum von bestimmten Bakterien und Viren hemmen können. Dies unterstützt das Immunsystem dabei, die Krankheitserreger direkt in den Atemwegen zu bekämpfen.


Wichtige Einschränkungen und Hinweise

Obwohl Lakritz gesundheitliche Vorteile hat, ist bei übermäßigem Verzehr Vorsicht geboten:

  • Blutdruck: Glycyrrhizin beeinflusst den Mineralstoffwechsel (insbesondere Kalium und Natrium). Übermäßiger Konsum kann zu Kaliummangel, Wassereinlagerungen und einem Anstieg des Blutdrucks führen. Menschen mit Bluthochdruck sollten Lakritz nur in Maßen genießen.
  • Schwangerschaft: Schwangere sollten auf größere Mengen Lakritz verzichten, da es die Entwicklung des Kindes beeinflussen kann.
  • Zuckergehalt: Handelsübliches Lakritz-Konfekt enthält oft sehr viel Zucker. Für die therapeutische Wirkung bei Erkältungen sind daher zuckerfreier Lakritz-Tee aus der Apotheke oder spezielle Arznei-Lozenges (Pastillen) besser geeignet als normales Naschwerk.

Zusammenfassend: Lakritz wirkt quasi wie ein natürlicher „Kombi-Wirkstoff“: Es löst den Schleim, hemmt die Entzündung und beruhigt den Hustenreiz.