Warum wird "Äpfel" bei einer alphabetischen Sortierung oft nach dem Buchstaben "Z" statt bei "A" eingeordnet?
Das Phänomen, dass „Äpfel“ (und andere Wörter mit Umlauten wie Ö oder Ü) in Computerprogrammen oft hinter dem „Z“ landen, hat einen rein technischen Hintergrund. Es liegt daran, wie Computer Buchstaben intern verarbeiten und sortieren.
Hier sind die drei Hauptgründe:
1. Die binäre Sortierung (ASCII/Unicode)
Computer verstehen keine Buchstaben, sondern nur Zahlen. Jedem Zeichen ist eine bestimmte Nummer zugeordnet.
- Im weit verbreiteten ASCII-Standard (und auch in dessen Erweiterungen wie ISO-8859-1 oder Unicode) kommen zuerst die Standard-Lateinischen Buchstaben von A bis Z.
- Das große „A“ hat zum Beispiel den Wert 65, das „Z“ den Wert 90.
- Die Umlaute wie das „Ä“ wurden erst viel später in diese Tabellen aufgenommen und erhielten daher viel höhere Nummern (das „Ä“ hat im Standard Latin-1 zum Beispiel den Wert 196).
Wenn ein Programm eine einfache „binäre Sortierung“ durchführt, vergleicht es nur diese Zahlenwerte. Da 196 größer ist als 90, wird das „Ä“ hinter das „Z“ sortiert.
2. Fehlende „Lokalisierung“ (Collation)
Damit ein Computer „Ä“ bei „A“ einsortiert, muss er die spezifischen Regeln einer Sprache kennen. In der Informatik nennt man das Collation (Sortierreihenfolge).
- Ein Programm, das „weiß“, dass es Deutsch spricht, nutzt spezielle Tabellen, in denen steht: Behandle „Ä“ wie „A“ (oder wie „Ae“).
- Viele einfache Programme, Datenbanken oder ältere Betriebssysteme nutzen diese Sprachregeln jedoch nicht standardmäßig, sondern sortieren einfach stur nach der Nummer des Zeichens in der Zeichentabelle.
3. Deutsche Sortierregeln (DIN 5007)
Interessanterweise gibt es im Deutschen sogar zwei verschiedene Arten, Umlaute korrekt zu sortieren, was die Sache für Programmierer komplizierter macht:
- DIN 5007 Variante 1 (Lexikalische Sortierung): Umlaute werden wie der Grundvokal behandelt (Ä = A). Das wird in Lexika verwendet. „Äpfel“ steht also direkt bei „Apfel“.
- DIN 5007 Variante 2 (Telefonbuch-Sortierung): Umlaute werden wie die Kombination mit „e“ behandelt (Ä = Ae). Das wird oft bei Namenslisten verwendet (z. B. steht „Götz“ dann unter „Goetz“).
Zusammenfassend: Wenn „Äpfel“ nach „Z“ kommt, ist das Programm schlichtweg „zu dumm“ oder zu einfach programmiert, um die deutschen Sprachregeln anzuwenden, und nutzt stattdessen die rohen Zahlenwerte der Zeichentabelle.