Warum verzichten viele internationale Hotels auf die Zimmernummer 13 oder ein 13. Stockwerk?

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Dass viele internationale Hotels auf die Zimmernummer 13 oder das 13. Stockwerk verzichten, liegt primär an der Triskaidekaphobie – der krankhaften Angst vor der Zahl 13.

Hier sind die wichtigsten Gründe im Detail:

1. Aberglaube und kulturelle Wurzeln

In westlichen Kulturen gilt die 13 seit Jahrhunderten als Unglückszahl. Dafür gibt es verschiedene historische und religiöse Erklärungen:

  • Das Letzte Abendmahl: Jesus und seine zwölf Jünger waren zu dreizehnt am Tisch. Der 13. Gast war Judas, der Verräter.
  • Nordische Mythologie: Ein Festmahl der Götter in Walhall wurde durch den 13. Gast, den Gott Loki, gestört, was zum Tod des geliebten Gottes Baldur führte.
  • Freitag der 13.: Die Kombination aus dem Unglückstag Freitag (Todestag Jesu) und der 13 verstärkt den Effekt.

2. Wirtschaftliche Gründe (Gästekomfort)

Hotels sind Wirtschaftsunternehmen, die darauf angewiesen sind, dass sich alle Gäste wohlfühlen.

  • Vermeidung von Beschwerden: Viele Menschen sind (vielleicht auch nur unbewusst) abergläubisch. Ein Gast, der die Nummer 13 zugewiesen bekommt, könnte sich unwohl fühlen, nach einem anderen Zimmer verlangen oder das Hotel in Zukunft meiden.
  • Leerstand vermeiden: Wenn eine signifikante Anzahl von Gästen das Zimmer 13 ablehnt, bleibt dieses Zimmer häufiger leer als andere. Um die Auslastung zu optimieren, verzichten Hotels lieber ganz auf diese Nummer.

3. Wie die Hotels das Problem lösen

Es gibt verschiedene Strategien, um die 13 zu umgehen:

  • Überspringen: Auf den 12. Stock folgt direkt der 14. Stock. Im Aufzug fehlt der Knopf für die 13.
  • Umbenennung: Der 13. Stock wird als „M“ (der 13. Buchstabe im Alphabet), „Mezzanin“, „Skyline Floor“ oder einfach als Technik-Etage deklariert, die für Gäste nicht zugänglich ist.
  • Zimmernummern: Statt der 113 oder 13 nutzt man Bezeichnungen wie 112a oder man springt direkt von 112 auf 114.

4. Internationaler Kontext (Andere Länder, andere Sorgen)

Das Phänomen ist nicht auf die 13 beschränkt. Hotels passen sich den lokalen Ängsten an:

  • Ostasien (China, Japan, Korea): Hier ist die Zahl 4 die Unglückszahl (Tetraphobie), da das Wort für „Vier“ fast identisch klingt wie das Wort für „Tod“. In vielen Hotels in Asien fehlen daher der 4. Stock sowie alle Stockwerke mit einer 4 (14, 24, 40–49).
  • Italien: Hier gilt oft die 17 als Unglückszahl. In römischen Ziffern geschrieben (XVII) lässt sich daraus das Anagramm „VIXI“ bilden, was lateinisch für „Ich habe gelebt“ (also: „Ich bin tot“) steht.

Zusammenfassend: Hotels verzichten auf die 13, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Es ist einfacher, eine Zahl im Leitsystem zu überspringen, als einen Gast zu verlieren, der Angst um sein Schicksal hat.