Warum verursacht der schnelle Verzehr von Speiseeis oft stechende Kopfschmerzen?

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Dieses Phänomen ist im Volksmund als „Hirnfrost“ oder „Eiskopfschmerz“ bekannt. In der Medizin nennt man es Sphenopalatin-Ganglioneuralgie.

Hier ist die einfache Erklärung, was dabei im Körper passiert:

1. Der Kältereiz am Gaumen

Wenn du sehr schnell etwas Kaltes (wie Speiseeis oder ein Slush-Eis) isst oder trinkst, kühlt sich das Gewebe am hinteren Gaumen und im Rachen schlagartig ab. Direkt über dem Gaumen verlaufen wichtige Blutgefäße, die das Gehirn versorgen.

2. Die Reaktion der Blutgefäße

Der Körper reagiert auf die extreme Kälte mit einem Schutzreflex:

  • Verengung: Zuerst ziehen sich die Blutgefäße im Gaumen blitzschnell zusammen (Vasukonstriktion), um den Wärmeverlust zu minimieren.
  • Ausdehnung: Sobald der Kältereiz nachlässt oder der Körper versucht, die Stelle wieder aufzuwärmen, weiten sich die Gefäße extrem schnell wieder aus (Vasodilatation), um warmes Blut herbeizuführen.

3. Der Trigeminusnerv wird „ausgetrickst“

In der Nähe des Gaumens verläuft der Trigeminusnerv (der fünfte Hirnnerv). Dieser Nerv ist unter anderem für die Empfindungen im Gesicht und am Oberkiefer zuständig.

Durch das schnelle Zusammenziehen und Weiten der Gefäße werden Schmerzrezeptoren aktiviert. Diese senden ein Signal an das Gehirn. Das Gehirn kann die Quelle des Schmerzes jedoch nicht genau zuordnen. Da der Trigeminusnerv auch Signale von der Stirn und den Schläfen leitet, „interpretiert“ das Gehirn den Schmerzreiz fälschlicherweise so, als käme er von der Stirn.

Dies nennt man übertragenen Schmerz (Referred Pain). Man spürt das Stechen also im Kopf, obwohl die Ursache im Mund liegt.


Was kann man dagegen tun?

Wenn der Hirnfrost einsetzt, gibt es einen einfachen Trick:

  • Zunge an den Gaumen pressen: Drücke deine warme Zunge flach gegen den oberen Gaumen. Das hilft, den Bereich schneller wieder aufzuwärmen und die Blutgefäße zu normalisieren.
  • Warmes Wasser trinken: Ein Schluck eines (zimmerwarmen) Getränks hilft ebenfalls.
  • Prävention: Das Eis einfach langsamer essen und kurz im vorderen Mundbereich anwärmen, bevor es den hinteren Gaumen berührt.

Interessanter Fakt: Nicht jeder Mensch bekommt Hirnfrost. Studien deuten darauf hin, dass Menschen, die unter Migräne leiden, anfälliger für diese Art von Kopfschmerz sind.