Warum verursachen viele Kaffeekapselmaschinen während des Betriebs eine sehr hohe Lärmbelästigung?

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Dass Kaffeekapselmaschinen oft überraschend laut sind (oft zwischen 50 und 70 Dezibel), hat mehrere physikalische und konstruktionsbedingte Gründe. Hier sind die Hauptfaktoren für die Lärmbelästigung:

1. Die Schwingkolbenpumpe (Der Hauptverursacher)

In den meisten kompakten Kapselmaschinen arbeiten sogenannte Schwingkolbenpumpen.

  • Funktionsweise: Diese Pumpen arbeiten mit einem Kolben, der durch ein elektromagnetisches Feld hin- und herbewegt wird – und das 50-mal pro Sekunde (entsprechend der Netzfrequenz von 50 Hz).
  • Vibration: Diese extrem schnelle mechanische Bewegung erzeugt starke Vibrationen. Da die Pumpe fest oder nur leicht gedämpft im Gehäuse verbaut ist, übertragen sich diese Schwingungen auf das gesamte Gerät.

2. Hoher Druck auf engem Raum

Kapselmaschinen müssen einen hohen Druck (meist zwischen 15 und 19 Bar) aufbauen, um das Wasser durch das fest gepresste Kaffeepulver in der kleinen Kapsel zu pressen.

  • Um diesen enormen Druck in einem so kleinen Gerät zu erzeugen, muss die Pumpe Schwerstarbeit leisten. Je kleiner die Maschine und die Pumpe, desto lauter ist oft das Arbeitsgeräusch unter Last.

3. Resonanzkörper „Gehäuse“

Kapselmaschinen bestehen aus Kostengründen und zwecks Gewichtsersparnis meist aus dünnwandigem Kunststoff.

  • Hohlräume: Das Innere der Maschine ist oft hohl. Dieser Hohlraum wirkt wie der Korpus einer Gitarre als Resonanzkörper und verstärkt die Vibrationen der Pumpe akustisch.
  • Material: Kunststoff dämpft Schall deutlich schlechter als massive Metallgehäuse, wie man sie bei teuren Siebträgermaschinen findet.

4. Mechanischer Widerstand (Das Anstechen)

Bevor der Brühvorgang startet, muss die Maschine die Kapsel durchstechen (meist mit drei Dornen oder einer Perforationsplatte).

  • Das Durchbrechen der Alufolie oder des Kunststoffs der Kapsel unter hohem mechanischem Druck erzeugt oft ein knackendes oder berstendes Geräusch, das durch das Gehäuse verstärkt wird.

5. Die Standfläche als „Lautsprecher“

Ein oft unterschätzter Faktor ist die Arbeitsplatte in der Küche.

  • Die Vibrationen der Maschine übertragen sich über die Standfüße auf die Küchenzeile (oft Holz oder Stein). Die große Oberfläche der Arbeitsplatte wirkt dann wie eine Membran und verstärkt das Brummen massiv.

Was kann man dagegen tun?

Falls dich die Lautstärke stört, gibt es ein paar einfache Tricks:

  1. Dämpfungsmatte: Stelle die Maschine auf ein dickes Filz-Pad, eine Korkunterlage oder eine spezielle Antivibrationsmatte (wie für Waschmaschinen, nur in klein). Das entkoppelt die Maschine von der Küchenplatte.
  2. Wassertank prüfen: Manchmal vibriert der Wassertank gegen das Gehäuse. Ein kleiner Streifen Moosgummi oder Silikon an der Kontaktstelle kann Wunder wirken.
  3. Entkalken: Eine verkalkte Maschine muss mehr Druck aufbauen, was die Pumpe lauter macht. Regelmäßiges Entkalken hält den Geräuschpegel (und den Stromverbrauch) niedriger.

Fazit: Der Lärm ist ein Kompromiss aus kompakter Bauweise, günstigem Material und der Notwendigkeit, extrem hohen Druck auf kleinstem Raum zu erzeugen.