Warum verstopfen die Maschen des Abstreifgitters bei der Verwendung von sehr dickflüssiger Farbe?

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Das Verstopfen der Maschen eines Abstreifgitters bei sehr dickflüssiger (hochviskoser) Farbe hat physikalische und praktische Gründe. Hier sind die Hauptursachen einfach erklärt:

1. Hohe Viskosität und Oberflächenspannung

Dickflüssige Farbe hat eine hohe innere Bindungskraft (Kohäsion). Wenn du die Rolle über das Gitter ziehst, setzt sich die Farbe in die Zwischenräume. Da sie so zähflüssig ist, fließt sie nicht durch die Schwerkraft allein zurück in den Eimer, sondern bleibt wie eine Membran in den Maschen hängen. Die Oberflächenspannung sorgt dafür, dass die Farbe die kleinen Öffnungen des Gitters „überbrückt“.

2. Schnelle Antrocknung durch große Oberfläche

Auf dem Abstreifgitter wird die Farbe in einer dünnen Schicht verteilt. Dadurch hat sie eine sehr große Oberfläche, die mit der Luft in Kontakt kommt. Das enthaltene Lösungsmittel (meist Wasser) verdunstet an diesen Stellen extrem schnell.

  • Die Farbe wird im Gitter noch zäher und klebriger.
  • Neue Farbe bleibt an diesen angetrockneten Stellen sofort hängen, und die Maschen wachsen innerhalb kurzer Zeit komplett zu.

3. Mechanische Überladung (Hineindrücken)

Beim Abrollen wird oft mit Druck gearbeitet, um überschüssige Farbe von der Rolle zu bekommen. Dabei presst man die zähe Masse aktiv in die Maschen des Gitters hinein. Da die Farbe nicht schnell genug nach unten abfließen kann, füllt sie das Gitterbett wie einen Schwamm aus.

4. Kapillareffekt

Die engen Stege des Gitters wirken bei dicker Farbe wie kleine Kapillaren, die die Flüssigkeit festhalten, anstatt sie durchzulassen. Je feiner das Gitter (z. B. engmaschiges Kunststoffgitter), desto schneller tritt dieser Effekt bei dicker Farbe auf.


Was kann man dagegen tun?

  • Farbe leicht verdünnen: Oft hilft es, 5–10 % Wasser (bei Dispersionsfarben) hinzuzufügen und gut umzurühren. Die Farbe fließt dann besser vom Gitter ab.
  • Gitter zwischendurch reinigen: Ein kurzer Stopp, um das Gitter mit einem feuchten Pinsel oder Wasser kurz „freizumachen“, verhindert, dass die Farbe komplett verkrustet.
  • Großmaschige Gitter verwenden: Es gibt Gitter aus Metall oder Kunststoff mit unterschiedlichen Maschenweiten. Für sehr dicke Fassadenfarben oder Putzgrundierungen eignen sich weitmaschige Metallgitter besser als feinmaschige Kunststoffgitter.
  • Abstreifwanne statt Gitter: Bei extrem dicken Materialien kann eine Farbwanne mit profilierter Abrollfläche besser funktionieren, da hier die Farbe nicht durch Löcher fließen muss, sondern einfach zurück in den Sumpf läuft.
  • Nicht zu viel Farbe aufnehmen: Die Rolle nur leicht eintauchen, damit gar nicht erst so große Mengen am Gitter „abgekämpft“ werden müssen.