Warum verringert die Verwendung von Weichspüler die Saugfähigkeit von Geschirrtüchern?
Das Verringern der Saugfähigkeit durch Weichspüler lässt sich mit einem einfachen physikalischen und chemischen Vorgang erklären: Der Weichspüler legt einen dünnen, wasserabweisenden Film um die Fasern.
Hier sind die Details dazu:
1. Die Funktionsweise von Weichspülern
Weichspüler enthalten sogenannte kationische Tenside. Diese Moleküle haben zwei Enden: Eines, das sich fest an die Textilfaser bindet, und ein anderes, das aus fettähnlichen Stoffen (meist langen Kohlenwasserstoffketten) besteht.
2. Der "Imprägnier-Effekt"
Wenn du Weichspüler verwendest, legen sich diese fettigen Substanzen wie ein unsichtbarer Schutzfilm um jede einzelne Faser des Geschirrtuchs. Das macht den Stoff zwar weich und geschmeidig (weil die Fasern nicht mehr aneinander reiben), aber es macht sie auch hydrophob (wasserabweisend).
Man kann es sich wie das Einwachsen eines Autos oder eines Schuhs vorstellen: Das Wasser perlt an der Oberfläche ab, anstatt in den Kern der Faser einzudringen.
3. Blockierung der Kapillarwirkung
Geschirrtücher (meist aus Baumwolle oder Leinen) funktionieren durch die sogenannte Kapillarwirkung. Die Hohlräume zwischen und innerhalb der Fasern saugen das Wasser auf. Der Fettfilm des Weichspülers verstopft diese mikroskopisch kleinen Poren und glättet die Oberfläche so stark, dass das Wasser nicht mehr "gepackt" und aufgesogen werden kann.
Die Folgen für Geschirrtücher:
- Schmieren statt Trocknen: Das Tuch schiebt das Wasser auf dem Teller nur hin und her, anstatt es aufzunehmen.
- Streifenbildung: Da das Wasser nicht richtig absorbiert wird, bleiben oft Schlieren auf Glas oder Porzellan zurück.
- Geruchsbildung: Da die Fasern "versiegelt" sind, trocknet das Tuch selbst nach dem Gebrauch langsamer, was das Wachstum von Bakterien und damit schlechte Gerüche fördern kann.
Profi-Tipps für Geschirrtücher:
- Kein Weichspüler: Wasche Geschirrtücher, Handtücher und Sportkleidung (Funktionsfasern) grundsätzlich ohne Weichspüler.
- Essig als Alternative: Wenn die Tücher durch kalkhaltiges Wasser zu hart werden, gib einen Schuss hellen Essig ins Weichspülerfach. Er löst Kalkreste, macht die Wäsche weich, beeinträchtigt aber die Saugfähigkeit nicht. Der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen.
- Trockner: Falls vorhanden, macht ein kurzes Programm im Wäschetrockner die Tücher auch ohne Chemie weich, da die Fasern durch die Bewegung mechanisch aufgelockert werden.