Warum tropft die Brause einer Gießkanne nach dem Benutzen oft nach?

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Das Nachtropfen der Brause einer Gießkanne ist ein Zusammenspiel aus Physik und dem Design der Kanne. Es gibt dafür im Wesentlichen drei Gründe:

1. Oberflächenspannung und Kapillareffekt

Dies ist der Hauptgrund. Wasser hat eine starke Oberflächenspannung. In den kleinen Löchern der Brause bilden sich winzige „Wasserhäutchen“. Wenn man die Gießkanne nach dem Gießen wieder aufstellt, reicht das Eigengewicht des restlichen Wassers in der Brause oft nicht aus, um diese Oberflächenspannung sofort zu durchbrechen. Ein Teil des Wassers bleibt also wie ein Pfropfen in den Löchern hängen. Erst nach und nach – etwa durch Erschütterungen oder wenn die Tropfen an der Außenseite der Brause zusammenlaufen und schwerer werden – löst sich die Spannung und das Wasser tropft ab.

2. Das Restwasser im Gießrohr (Siphon-Effekt)

Wenn du die Kanne zurückkippst, fließt das meiste Wasser zurück in den Bauch der Kanne. Im langen Gießrohr und direkt hinter dem Brausekopf bleibt jedoch oft eine kleine Menge Wasser stehen. Da die Brause meist tiefer sitzt als der höchste Punkt des Gießrohrs (wenn man die Kanne leicht schräg hält oder abstellt), kann dieses Wasser nicht sofort zurückfließen. Es „steht“ an den Löchern an und sickert langsam durch.

3. Fehlender Luftausgleich (Vakuum-Effekt)

Damit Wasser aus den kleinen Löchern fließen kann, muss gleichzeitig Luft in das Rohr nachströmen, um den Druck auszugleichen. Wenn die Löcher der Brause sehr fein und mit Wasser benetzt sind, blockiert die Oberflächenspannung diesen Luftaustausch. Das Wasser wird kurzzeitig im Rohr „festgehalten“ (ähnlich wie bei einem Strohhalm, oben man oben den Finger draufhält). Sobald sich eine kleine Luftblase durch eines der Löcher nach innen mogelt, kann unten ein Tropfen austreten. Das führt zu dem typischen, zeitverzögerten „Tack... Tack... Tack“.

4. Adhäsion (Anhaften am Material)

Wasser neigt dazu, an Oberflächen (Kunststoff oder Metall) zu haften. Nach dem Gießen benetzt ein Wasserfilm die gesamte Außenseite der Brause. Diese Feuchtigkeit sammelt sich am tiefsten Punkt der Brause und bildet dort Tropfen, die dann nacheinander abfallen.


Pro-Tipp gegen nasse Füße: Um das Nachtropfen zu minimieren, hilft es, die Gießkanne nach dem Gießen einmal kurz und kräftig nach hinten zu schwenken oder den Brausekopf kurz auf dem Boden oder am Rand eines Topfes abzuklopfen. Dadurch wird die Oberflächenspannung unterbrochen und das Restwasser fließt entweder zurück ins Rohr oder fällt sofort ab.