Warum trägt die Mischung aus Nüssen und Rosinen eigentlich den Namen „Studentenfutter“?
Der Begriff „Studentenfutter“ hat eine Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Dass die Mischung aus Nüssen und Rosinen diesen Namen trägt, hat vor allem drei Gründe:
1. Eine exklusive Nascherei für Privilegierte
Im 17. Jahrhundert waren Mandeln (der ursprüngliche Hauptbestandteil der Nüsse im Studentenfutter) ein sehr teures Importgut. Nur wohlhabende Bevölkerungsschichten konnten sich diesen Luxus leisten. Da Studenten damals fast ausschließlich aus wohlhabenden Elternhäusern stammten, gehörten sie zu der kleinen Gruppe, die sich diese Mischung als Stärkung während des Studiums kaufen konnte.
2. „Nervennahrung“ und Konzentration
Schon damals wusste man um die gesundheitsfördernde Wirkung von Nüssen. In Lexika des 18. und 19. Jahrhunderts wurde die Mischung oft als „Stomale“ (Magenmittel) oder als Mittel zur Stärkung der Konzentration beschrieben. Die im Studentenfutter enthaltenen Mandeln und Rosinen galten als ideale Nahrung für „Geistesarbeiter“, um bei langen Vorlesungen oder beim Lernen konzentriert zu bleiben.
3. Ein Mittel gegen den Kater
Ein interessanter historischer Nebenaspekt: Das Studentenfutter wurde in der Frühen Neuzeit auch als Mittel gegen den „Katzenjammer“ (Kater) nach ausschweifenden Zechen empfohlen. Da das Studentenleben damals wie heute oft mit Alkoholkonsum verbunden war, galt die Mischung als hilfreiche Regeneration für den nächsten Morgen.
Was war ursprünglich drin?
Das klassische Studentenfutter des 17. Jahrhunderts bestand meist nur aus Mandeln und Korinthen (kleinen dunklen Rosinen). Gelegentlich wurden auch kandierte Gewürzbeeren beigemischt. Andere Nüsse wie Erdnüsse, Cashews oder Walnüsse kamen erst viel später hinzu, als diese weltweit leichter verfügbar und günstiger wurden.
Übrigens: In anderen Sprachen gibt es ähnliche Bezeichnungen. Im Französischen hieß eine ähnliche Mischung früher „mendiant“ (Bettler) – allerdings bezog sich das auf die Farben der Ordenstrachten von Bettelorden, die den Farben der Nüsse und Früchte ähnelten. Im Englischen spricht man meist schlicht von „Trail Mix“ (Wandermischung).