Warum sollten Personen mit Gallensteinen bei der Verwendung von Magentee vorsichtig sein?

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Personen mit Gallensteinen sollten bei der Verwendung von Magentees – und insbesondere bei Galle-Leber-Tees – vorsichtig sein, da viele dieser Teemischungen Inhaltsstoffe enthalten, die den Gallenfluss stark anregen.

Hier sind die genauen Gründe für die Vorsicht:

1. Anregung der Gallenblasenkontraktion

Viele Kräuter in Magentees haben eine sogenannte cholekinetische Wirkung. Das bedeutet, sie regen die Gallenblase dazu an, sich zusammenzuziehen, um gespeicherte Gallenflüssigkeit in den Dünndarm auszustoßen. Wenn sich in der Gallenblase jedoch Steine befinden, kann diese Kontraktion dazu führen, dass ein Stein in den Gallengang gedrückt wird und dort stecken bleibt.

2. Risiko einer Gallenkolik

Wenn ein Stein den Ausgang der Gallenblase oder den Gallengang blockiert, entstehen extrem schmerzhafte Krämpfe, die als Gallenkolik bezeichnet werden. Dies ist ein medizinischer Notfall, der oft mit Übelkeit, Erbrechen und ausstrahlenden Schmerzen im Oberbauch einhergeht.

3. Kritische Inhaltsstoffe

Besonders zwei Gruppen von Inhaltsstoffen sind problematisch:

  • Pfefferminze: Sie ist in sehr vielen Magentees enthalten, da sie krampflösend auf den Magen wirkt. Gleichzeitig fördert sie aber massiv die Produktion und den Ausstoß von Gallensaft. Auf Packungsbeilagen von Pfefferminztee findet sich daher fast immer ein Warnhinweis für Gallensteinpatienten.
  • Bitterstoffe: Kräuter wie Wermut, Enzian, Schafgarbe oder Löwenzahn werden oft bei Magenbeschwerden eingesetzt, um die Verdauungssäfte anzuregen. Auch sie wirken stark gallentreibend (cholagog).

4. Entzündungsgefahr

Sollte ein Stein den Abfluss dauerhaft behindern, kann es zu einer Gallenstauung kommen. Dies kann Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) oder der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) nach sich ziehen.

Was sollte man tun?

  • Ärztliche Rücksprache: Wenn bekannt ist, dass man Gallensteine hat (auch wenn sie bisher keine Beschwerden verursacht haben), sollte man vor der Anwendung von Arzneitees einen Arzt fragen.
  • Alternativen wählen: Bei reinen Magenbeschwerden (wie Sodbrennen oder leichter Magenschleimhautentzündung) sind Tees aus Kamille, Fenchel, Anis oder Kümmel meist unbedenklich, da sie eher beruhigend und entblähend wirken, ohne den Gallenfluss massiv zu steigern.
  • Packungsbeilage lesen: Arzneitees aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt haben Pflichtangaben. Steht dort unter Gegenanzeigen „Gallensteinleiden“, sollte der Tee gemieden werden.

Fazit: Was für gesunde Menschen verdauungsfördernd ist, kann für Personen mit Gallensteinen die Steine „in Bewegung setzen“ und so schwere Schmerzen auslösen.

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