Warum sollten Asthmatiker bei der Wahl ihrer Kopfschmerztabletten besonders vorsichtig sein?

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Asthmatiker müssen bei der Wahl von Schmerzmitteln (Analgetika) besonders vorsichtig sein, da bestimmte Wirkstoffe schwere, potenziell lebensbedrohliche Asthmaanfälle auslösen können. Dieses Phänomen wird als Analgetika-Asthma (oder fachsprachlich Aspirin-Exacerbated Respiratory Disease, AERD) bezeichnet.

Hier sind die wichtigsten Gründe und Hintergründe:

1. Der Mechanismus: Die "Leukotrien-Überproduktion"

Die meisten gängigen Schmerzmittel gehören zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Dazu zählen Wirkstoffe wie:

  • Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin)
  • Ibuprofen
  • Diclofenac
  • Naproxen

Diese Medikamente blockieren ein Enzym namens Cyclooxygenase (COX-1). Bei Menschen mit Analgetika-Asthma führt diese Blockade dazu, dass der Stoffwechselweg "umgeleitet" wird. Anstatt der üblichen Botenstoffe produziert der Körper massenhaft Leukotriene. Leukotriene sind starke Entzündungsmediatoren, die:

  • die Bronchien extrem verengen,
  • die Schleimbildung fördern,
  • zu Schwellungen der Atemwege führen.

2. Die Gefahr: Ein plötzlicher Asthmaanfall

Schon eine einzige Tablette kann innerhalb weniger Minuten bis Stunden nach der Einnahme eine heftige Reaktion auslösen. Die Symptome reichen von:

  • Fließschnupfen und Augenrötung,
  • Hautausschlag (Quaddeln),
  • bis hin zu schwerer Atemnot und einem lebensgefährlichen Status asthmaticus.

3. Die Samter-Trias

Etwa 10 bis 20 % aller erwachsenen Asthmatiker leiden an der sogenannten Samter-Trias (auch Morbus Samter genannt). Diese besteht aus drei Merkmalen:

  1. Asthma bronchiale.
  2. Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) mit Nasenpolypen.
  3. Unverträglichkeit gegen ASS und andere NSAR.

Welche Schmerzmittel sind meist sicher?

Asthmatiker sollten nicht eigenmächtig zu klassischen Kopfschmerztabletten greifen. Als sicherere Alternativen gelten meist:

  • Paracetamol: Es beeinflusst den Stoffwechselweg der Leukotriene in normalen Dosen kaum. In sehr hohen Dosen kann es jedoch bei empfindlichen Asthmatikern ebenfalls Reaktionen auslösen.
  • Selektive COX-2-Hemmer (Coxibe): Diese blockieren nur das Enzym COX-2, nicht aber COX-1, und lösen daher meist kein Analgetika-Asthma aus (verschreibungspflichtig).
  • Opioide: Für sehr starke Schmerzen (nur nach ärztlicher Rücksprache).

Fazit und Empfehlung

Wenn Sie Asthmatiker sind, sollten Sie:

  1. Immer den Beipackzettel lesen: Achten Sie auf Warnhinweise für Asthmatiker.
  2. Rücksprache mit dem Arzt halten: Klären Sie ab, ob Sie zur Risikogruppe für Analgetika-Asthma gehören.
  3. In der Apotheke nachfragen: Weisen Sie bei jedem Kauf eines Schmerzmittels ausdrücklich darauf hin, dass Sie Asthma haben.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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