Warum sollte man zum Glätten von Silikonfugen kein herkömmliches Spülmittel verwenden, wenn man Schimmelbildung vorbeugen will?
Das Verwenden von herkömmlichem Spülmittel zum Glätten von Silikonfugen ist ein weit verbreiteter „Heimwerker-Trick“, von dem Fachleute jedoch dringend abraten, wenn es um die langfristige Vermeidung von Schimmel geht.
Hier sind die Hauptgründe, warum Spülmittel die Schimmelbildung fördert:
1. Spülmittel dient als Nährboden
Herkömmliche Spülmittel sind darauf ausgelegt, biologische Rückstände (Fette, Speisereste) zu lösen. Sie enthalten oft organische Bestandteile wie Tenside auf Pflanzenbasis, Zuckerverbindungen, Duft- und Farbstoffe.
- Das Problem: Wenn das Wasser verdunstet, bleibt ein dünner Film dieser organischen Stoffe auf und – noch schlimmer – in den winzigen Poren der Silikonoberfläche zurück. Für Schimmelpilze ist dieser Film ein idealer Nährboden, auf dem sie sich ansiedeln und vermehren können.
2. Zerstörung der Fungizide im Silikon
Sanitär-Silikon enthält in der Regel Fungizide (pilzhemmende Wirkstoffe), die Schimmelbefall für eine gewisse Zeit verhindern sollen.
- Das Problem: Die aggressiven Fettlöser im Spülmittel können diese Schutzstoffe aus der Oberfläche des frischen Silikons herauslösen oder chemisch neutralisieren. Dadurch verliert das Silikon schon direkt nach dem Einbau seinen werkseitigen Schutz gegen Schimmel.
3. Beeinträchtigung der Flankenhaftung
Damit eine Fuge dicht bleibt, muss das Silikon perfekt an den Seiten (den „Flanken“) haften.
- Das Problem: Wenn das Spülmittel-Wasser-Gemisch beim Glätten unter den Rand des Silikons gerät, bildet sich dort ein Schmierfilm. Das Silikon verbindet sich nicht richtig mit der Fliese oder der Wanne. Es entstehen mikroskopisch kleine Spalten. In diese dringt Feuchtigkeit ein, die dort nicht mehr abtrocknen kann – ein perfektes, feuchtes Mikroklima für Schimmel, der dann „von hinten“ aus der Fuge herauswächst.
4. Verfärbungen
Manche Inhaltsstoffe in Spülmitteln (besonders bei farbigen oder stark parfümierten Produkten) können chemisch mit dem Silikon reagieren. Das führt oft zu gelblichen oder gräulichen Verfärbungen, die die Fuge alt und ungepflegt aussehen lassen, noch bevor Schimmel entsteht.
Die bessere Alternative: Spezielles Glättmittel
Anstatt Spülmittel sollte man ein profi-Glättmittel verwenden. Diese Produkte bieten folgende Vorteile:
- PH-neutral: Sie greifen die chemische Struktur des Silikons nicht an.
- Keine Nährstoffe: Sie enthalten keine organischen Stoffe, die Schimmel als Nahrung dienen könnten.
- Erhalt der Glätte: Die Oberfläche wird deutlich glatter und weniger porös, sodass Wasser und Schmutz besser abperlen (Lotuseffekt).
Tipp für Heimwerker: Falls man absolut kein Glättmittel zur Hand hat, ist klares Wasser immer noch besser als Wasser mit Spülmittel. Profis nutzen zudem spezielle Fugenabzieher, um überschüssiges Material sauber zu entfernen, ohne zu viel Flüssigkeit zu benötigen.