Warum sollte man kein herkömmliches Speisesalz für Nasenspülungen verwenden?

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Es ist zwar theoretisch möglich, herkömmliches Speisesalz für Nasenspülungen zu verwenden, Mediziner und Apotheker raten jedoch aus mehreren wichtigen Gründen davon ab. Das Hauptproblem sind die Zusatzstoffe, die in normalem Speisesalz enthalten sind.

Hier sind die detaillierten Gründe:

1. Rieselhilfen (Trennmittel)

Damit Speisesalz in der Streudose nicht verklumpt, werden ihm Rieselhilfen beigemischt (z. B. Natriumferrocyanid, Siliziumdioxid oder Aluminiumoxid). Diese Stoffe sind zwar für den Verzehr zugelassen, haben aber auf der empfindlichen Nasenschleimhaut nichts zu suchen. Sie können die Schleimhaut reizen oder die Funktion der Flimmerhärchen (Zilien) beeinträchtigen, die für die Reinigung der Nase zuständig sind.

2. Zusatzstoffe wie Jod und Fluorid

Viele Speisesalze sind mit Jod oder Fluorid angereichert. Diese Zusätze sind gesund für den Körper (Schilddrüse, Zähne), wirken aber auf die Nasenschleimhaut stark reizend. Jod kann bei empfindlichen Personen zudem allergische Reaktionen an der Schleimhaut auslösen oder zu einem unangenehmen Brennen führen.

3. Falsches Mischverhältnis (Osmotischer Druck)

Eine Nasenspülung muss isotonisch sein. Das bedeutet, der Salzgehalt der Lösung muss genau dem Salzgehalt unserer Körperflüssigkeiten entsprechen (ca. 0,9 % Kochsalz, also 9 Gramm Salz auf 1 Liter Wasser).

  • Zu wenig Salz (hypotonisch): Das Wasser dringt in die Schleimhautzellen ein, sie schwellen an, was schmerzhaft ist.
  • Zu viel Salz (hypertonisch): Dem Gewebe wird Wasser entzogen, was die Nase austrocknet und reizt. Mit herkömmlichem Salz und einem Teelöffel ist es in der Küche sehr schwer, die exakte Dosierung zu treffen. Pharmazeutische Nasenspülsalze sind meist in Portionsbeuteln abgepackt, die exakt auf die Füllmenge der dazugehörigen Nasendusche abgestimmt sind.

4. Reinheit und Verunreinigungen

Speisesalz unterliegt zwar Lebensmittelstandards, ist aber nicht so hochrein wie pharmazeutisches Salz. Es können minimale Verunreinigungen oder unlösliche Bestandteile enthalten sein, die in die Nebenhöhlen gelangen könnten.


Die bessere Alternative: Pharmazeutisches Nasenspülsalz

In der Apotheke oder Drogerie gibt es spezielles Nasenspülsalz. Dieses bietet folgende Vorteile:

  • Reines Natriumchlorid: Frei von Rieselhilfen und Zusätzen.
  • Pufferstoffe: Oft ist Natriumhydrogencarbonat enthalten, das die Lösung leicht alkalisch macht. Das wird von der Schleimhaut oft als noch angenehmer empfunden („Pufferung“ des pH-Werts).
  • Exakte Dosierung: Die Portionsbeutel garantieren immer eine isotonische Lösung.

Tipp für den Notfall: Falls Sie keine andere Wahl haben und unbedingt sofort eine Spülung brauchen, verwenden Sie reines Meersalz oder Steinsalz ohne Jod, ohne Fluorid und ausdrücklich ohne Trennmittel. Achten Sie penibel auf die Dosierung (ca. 2,25 g Salz auf 250 ml lauwarmes Wasser). Langfristig sollten Sie jedoch immer zum Spezialprodukt greifen.