Warum sollte man Insektenschutzspray nicht direkt im Gesicht versprühen, sondern stattdessen über die Hände auftragen?
Dass man Insektenschutzspray nicht direkt ins Gesicht sprühen sollte, hat mehrere wichtige gesundheitliche und praktische Gründe. Hier sind die wichtigsten Punkte:
1. Schutz der Augen
Insektenschutzmittel enthalten Wirkstoffe wie DEET, Icaridin oder Eukalyptus-Citriodora-Öl. Diese Substanzen sind extrem reizend für die Schleimhäute. Wenn man direkt sprüht, ist das Risiko sehr hoch, dass feine Sprühnebelpartikel in die Augen gelangen. Das führt zu starkem Brennen, Rötungen und im schlimmsten Fall zu Hornhautreizungen.
2. Vermeidung von Einatmen (Inhalation)
Beim Sprühen direkt vor dem Gesicht atmet man zwangsläufig eine Konzentration des Sprühnebels ein. Die Wirkstoffe und die Lösungsmittel (oft Alkohole oder Treibgase) können die Atemwege reizen, Husten auslösen oder bei empfindlichen Personen (z. B. Asthmatikern) Atembeschwerden verursachen.
3. Schutz des Mundes
Insektenschutzmittel schmecken nicht nur extrem bitter, sie sollten auch nicht verschluckt werden. Durch direktes Sprühen gelangt fast immer etwas auf die Lippen oder direkt in den Mundraum. Über die Hände lässt sich der Bereich um den Mund präzise aussparen.
4. Präzision beim Auftragen
Das Gesicht hat viele empfindliche Zonen und gleichzeitig Stellen, an denen Mücken gerne zustechen (z. B. hinter den Ohren oder am Haaransatz). Wenn man das Mittel erst in die Hände sprüht, kann man:
- Die Augen- und Mundpartie gezielt aussparen.
- Das Mittel gleichmäßig verteilen, ohne dass es in Rinnsalen das Gesicht herunterläuft.
- Sicherstellen, dass auch schwierige Stellen (Ohren, Nacken) abgedeckt sind.
5. Besonderer Schutz für Kinder
Bei Kindern ist diese Regel noch wichtiger. Kinder fassen sich oft ins Gesicht oder stecken die Finger in den Mund. Wenn man das Spray über die eigenen Hände auf das Gesicht des Kindes aufträgt, hat man die volle Kontrolle darüber, wo das Mittel landet (und man spart die Handinnenflächen des Kindes aus, damit es das Mittel nicht später ableckt).
6. Wind und Umgebung
Sprüht man im Freien, kann schon ein leichter Windstoß den Sprühnebel genau in die Augen oder zu unbeteiligten Umstehenden tragen. Die Hand-Methode verhindert diese unkontrollierte Streuung.
Richtige Anwendung im Gesicht:
- Spray in die Handflächen sprühen (vom Gesicht weggerichtet).
- Das Mittel auf Stirn, Wangen, Nase und Nacken verreiben.
- Augen und Mund dabei großflächig aussparen.
- Nach dem Auftragen die Innenseiten der Hände waschen, damit man sich das Mittel nicht später versehentlich in die Augen reibt oder beim Essen aufnimmt.