Warum schwanken die Messwerte bei mehrmaliger Anwendung des Reifendruckprüfers hintereinander?

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Es ist völlig normal, dass die Messwerte beim mehrmaligen Prüfen des Reifendrucks leicht schwanken. Das hat meistens technische oder physikalische Gründe. Hier sind die Hauptursachen:

1. Luftverlust beim Aufsetzen

Jedes Mal, wenn Sie den Prüfer auf das Ventil setzen oder ihn abziehen, entweicht eine kleine Menge Luft (das typische „Zisch“-Geräusch).

  • Bei einem Autoreifen ist das Volumen groß, da macht ein kleiner Zisch kaum etwas aus.
  • Bei einem Fahrradreifen hingegen ist das Volumen so gering, dass bereits zwei oder drei Messungen hintereinander den Druck messbar (um 0,1 bis 0,2 Bar) senken können.

2. Handhabung und Abdichtung (Der menschliche Faktor)

Nicht jedes Mal wird der Prüfer im exakt gleichen Winkel oder mit dem gleichen Druck auf das Ventil gepresst.

  • Wenn der Prüfer minimal verkantet ist, schließt die Dichtung nicht sofort perfekt.
  • Ein kurzer Moment des „Nebenher-Zischens“ reicht aus, um das Messergebnis zu verfälschen, da der Druck im Messgerät nicht den vollen Wert des Reifens erreicht.

3. Messtoleranz des Geräts

Günstige Reifendruckprüfer (besonders analoge Stift-Messgeräte oder preiswerte digitale Geräte) haben eine gewisse Eigenungenauigkeit.

  • Mechanische Reibung: Bei analogen Geräten kann die Mechanik (Feder, Kolben) im Inneren leicht hängen oder unterschiedlich stark reiben.
  • Hysterese: In der Messtechnik beschreibt das den Effekt, dass ein Sensor anders reagiert, je nachdem, ob er von einem niedrigen Druck kommt oder sich von einem hohen Druck einpendelt.

4. Erwärmung des Sensors (bei digitalen Geräten)

Digitale Drucksensoren können auf Temperatur reagieren. Wenn die Elektronik durch die Handwärme oder durch die Kompression der Luft im Inneren des Geräts minimal warm wird, kann das die Kalibrierung des Sensors beeinflussen (wenn auch nur geringfügig).

5. Das Ventil selbst

Das Reifenventil (Schrader-Ventil) besitzt einen gefederten Stift. Wenn dieser Stift durch den Prüfer hineingedrückt wird, muss er den Luftweg komplett freigeben. Manchmal öffnet das Ventil nicht bei jeder Messung exakt gleich weit, was zu minimal unterschiedlichen Druckübertragungen an das Messgerät führt.

6. Temperaturänderungen (bei längeren Pausen)

Sollten zwischen den Messungen einige Minuten liegen und das Auto in der Sonne stehen oder die Reifen gerade erst gefahren worden sein, ändert sich der Druck allein durch die Abkühlung oder Erwärmung der Luft im Reifen. Eine Faustregel besagt: 10 °C Temperaturunterschied machen ca. 0,1 Bar Druckunterschied aus.


Tipps für eine genaue Messung:

  1. Einmalig und fest aufsetzen: Versuchen Sie, den Prüfer zügig und gerade aufzusetzen, um den Luftverlust zu minimieren.
  2. Referenzwert bilden: Messen Sie dreimal. Wenn die Werte sehr nah beieinander liegen (z. B. 2,4 – 2,38 – 2,35), nehmen Sie den ersten oder den Durchschnitt.
  3. Kalter Reifen: Messen Sie immer am „kalten“ Reifen (weniger als 3 km gefahren), da die Werte sonst durch die Walkarbeit des Reifens verfälscht werden.
  4. Qualität des Prüfers: Wenn die Abweichungen extrem sind (über 0,2 Bar Differenz bei gleicher Handhabung), ist oft das Messgerät minderwertig oder defekt.
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