Warum schadet Weichspüler der Atmungsaktivität von Sportkleidung?
Weichspüler schadet der Atmungsaktivität von Sportkleidung vor allem deshalb, weil er die Funktionsweise der synthetischen Fasern physikalisch blockiert.
Hier sind die drei Hauptgründe im Detail erklärt:
1. Verstopfung der Poren (Der "Fettfilm"-Effekt)
Sportkleidung besteht meist aus synthetischen Mikrofasern (wie Polyester oder Polyamid). Diese sind so gewebt, dass sie winzige Kanäle und Poren bilden, durch die Feuchtigkeit (Schweiß) vom Körper weg nach außen transportiert wird (Kapillarwirkung). Weichspüler enthalten kationische Tenside – das sind im Grunde fettähnliche Substanzen. Diese legen sich wie ein dünner, wasserabweisender Film um jede einzelne Faser. Dadurch werden die feinen Zwischenräume und Poren verklebt. Der Schweiß kann nicht mehr durch den Stoff dringen und bleibt auf der Haut oder im Gewebe hängen.
2. Verlust der Saugfähigkeit (Hydrophobie)
Die Aufgabe von Funktionskleidung ist es, Feuchtigkeit aufzunehmen und schnell nach außen abzugeben, wo sie verdunsten kann. Der Fettfilm des Weichspülers macht die Fasern jedoch hydrophob (wasserabweisend). Anstatt den Schweiß abzutransportieren, perlt die Feuchtigkeit innerlich ab oder wird im Stoff gestaut. Das führt dazu, dass man sich beim Sport schneller nass und klamm fühlt, was die natürliche Temperaturregulierung des Körpers stört.
3. Zerstörung der Elastizität (Elastan-Problem)
In fast jeder Sportkleidung ist Elastan (auch bekannt als Lycra oder Spandex) enthalten, damit die Kleidung eng anliegt und dehnbar bleibt. Die Inhaltsstoffe von Weichspülern können die Struktur der Elastan-Fasern angreifen und aufweichen. Die Folge: Die Kleidung leiert aus, verliert ihre Formstabilität und die Kompressionswirkung lässt nach. Einmal geschädigtes Elastan lässt sich nicht wieder reparieren.
Weitere negative Nebeneffekte:
- Geruchsbildung: Da der Weichspüler die Fasern verklebt, werden auch Bakterien und Schweißreste im Gewebe "eingeschlossen". Trotz Wäsche fängt die Kleidung dann oft schneller an zu müffeln, sobald sie beim nächsten Sport warm wird.
- Umweltbelastung: Viele Inhaltsstoffe von Weichspülern sind schwer biologisch abbaubar und für die Funktion von Sportkleidung völlig überflüssig.
Was sollte man stattdessen tun?
- Keinen Weichspüler verwenden: Sportkleidung braucht ihn nicht, da Synthetikfasern von Natur aus nicht hart werden (keine Trockenstarre wie bei Baumwolle).
- Spezialwaschmittel oder Flüssigwaschmittel: Es gibt spezielle Sportwaschmittel, die darauf ausgelegt sind, Gerüche bei niedrigen Temperaturen zu entfernen, ohne die Poren zu verstopfen.
- Kein Trockner: Die Hitze im Trockner schadet den synthetischen Fasern und dem Elastan oft zusätzlich. Lufttrocknen ist für Sportkleidung am besten.