Warum klebt die Haut oft noch lange nach dem Auftragen von Körperlotion?

Melden

Es ist ein weit verbreitetes und oft nerviges Problem: Man cremt sich ein, um der Haut etwas Gutes zu tun, und klebt danach gefühlt am Sofa oder an der Kleidung fest.

Dafür gibt es meist eine Kombination aus drei Gründen: die Inhaltsstoffe, die Auftragsmenge und der Zustand der Haut.

Hier sind die Details:

1. Zu hohe Konzentration von Feuchthaltemitteln (Glycerin)

Viele Lotionen enthalten Glycerin oder Hyaluronsäure. Das sind sogenannte Humektantien, die Feuchtigkeit aus der Luft anziehen und in der Haut binden sollen.

  • Das Problem: Wenn die Konzentration dieser Stoffe sehr hoch ist oder die Luftfeuchtigkeit hoch ist, ziehen sie so viel Feuchtigkeit an, dass ein klebriger Film auf der Hautoberfläche entsteht.

2. Okklusivstoffe (Versiegelung)

Damit die Feuchtigkeit nicht sofort wieder verdunstet, enthalten Bodylotions Fette und Öle (z. B. Shea-Butter, Paraffine, Silikone oder Wachse). Diese bilden eine Schutzschicht.

  • Das Problem: Wenn diese Schicht zu dick ist oder die Inhaltsstoffe nicht gut in die Haut einziehen können (z. B. bei mineralölbasierten Produkten), bleibt ein „fettig-klebriger“ Film zurück, der sich nicht mit der Haut verbindet.

3. Die Haut ist gesättigt oder blockiert

Die Haut kann nur eine begrenzte Menge an Pflege aufnehmen.

  • Zu viel Produkt: Oft nehmen wir schlicht zu viel Lotion. Was die Haut nicht aufsaugen kann, bleibt obenauf liegen.
  • Abgestorbene Hautschüppchen: Wenn die oberste Hautschicht sehr trocken ist oder viele Schüppchen aufweist, wirken diese wie eine Barriere. Die Lotion vermischt sich mit den Schüppchen zu einer klebrigen Paste, anstatt einzuziehen.

4. Das „Emulgator-Problem“

Lotionen bestehen aus Wasser und Öl, die durch Emulgatoren zusammengehalten werden. Wenn man die Lotion auf die Haut aufträgt und diese leicht schwitzt oder noch feucht ist, können die Emulgatoren wieder aktiv werden. Das erzeugt dieses „seifige“, klebrige Gefühl, das lange nicht verschwindet.

5. Hohe Luftfeuchtigkeit oder Schwitzen

Nach dem Duschen ist das Badezimmer oft noch voller Wasserdampf. Wenn man sich in diesem feuchtwarmen Klima eincremt, kann die Lotion nicht richtig trocknen. Zudem fängt der Körper nach einer heißen Dusche oft an nachzuschwitzen – die Mischung aus Schweiß und Lotion ist extrem klebrig.


Was kann man dagegen tun?

  1. Auf feuchte Haut auftragen: Creme dich direkt nach dem Duschen ein, wenn die Haut noch ganz leicht feucht (nicht nass!) ist. Die Lotion lässt sich besser verteilen und bildet mit der Feuchtigkeit eine Emulsion, die schneller einzieht.
  2. Regelmäßiges Peeling: Einmal die Woche ein Peeling entfernt abgestorbene Hautschüppchen und macht den Weg frei für die Pflege.
  3. Weniger ist mehr: Starte mit einer kleinen Menge. Wenn die Haut nach 5 Minuten immer noch klebt, hast du zu viel benutzt.
  4. Inhaltsstoffe prüfen: Wenn du das klebrige Gefühl hasst, achte auf Bezeichnungen wie „leichte Textur“, „Hydro-Lotion“ oder „zieht schnell ein“. Diese enthalten weniger schwere Wachse und Öle.
  5. Kalt abspülen: Beende deine Dusche mit einem kurzen kalten Guss. Das schließt die Poren und verhindert, dass du nach dem Abtrocknen schwitzt, während du dich eincremst.
0