Warum kleben Überreste von Salzstangen nach dem Kauen so hartnäckig in den Kauflächen der Zähne?

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Das hartnäckige Kleben von Salzstangen (oder auch Chips, Keksen und Brot) an den Kauflächen der Zähne ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Chemie und Physik.

Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:

1. Die Chemie: Stärke wird zu Klebstoff

Salzstangen bestehen zum Großteil aus Weißmehl, also aus Stärke. Stärke ist ein Polysaccharid (Vielfachzucker). Sobald du die Salzstange kaust, vermischt sie sich mit deinem Speichel. Im Speichel ist das Enzym Alpha-Amylase enthalten. Dieses Enzym hat die Aufgabe, die langen Stärkeketten in kleinere Bruchstücke (Zucker) zu spalten.

Dabei entsteht eine extrem klebrige, breiige Substanz. Chemisch gesehen ist dieser Brei eng verwandt mit Tapetenkleister, der ebenfalls oft auf Stärkebasis hergestellt wird. Du stellst also beim Kauen direkt in deinem Mund einen biologischen Superkleber her.

2. Die Physik: Kapillarkräfte und Druck

Beim Kauen üben deine Kiefermuskeln einen enormen Druck aus. Dieser Druck presst den entstandenen „Stärkekleister“ tief in die feinen Vertiefungen deiner Backenzähne, die sogenannten Fissuren.

Da die Salzstange anfangs sehr trocken ist, saugt sie den Speichel gierig auf. Durch diese Saugwirkung und den Druck wird der Brei so fest in die Täler der Zahnoberfläche gepresst, dass die bloße Zungenbewegung oder das einfache Spülen mit Wasser oft nicht ausreicht, um ihn wieder zu lösen.

3. Die Anatomie der Zähne

Die Kauflächen unserer Backenzähne sind nicht glatt. Sie haben tiefe Gräben und Täler (Fissuren), die teilweise enger sind als eine einzelne Borste der Zahnbürste. Der zähe Salzstangenbrei füllt diese Täler perfekt aus. Da der Brei im Gegensatz zu Schokolade (die bei Körpertemperatur schmilzt) oder Obst (das viel Wasser und Fasern enthält) nicht flüssig wird oder wegfließt, bleibt er dort förmlich „einbetoniert“.

4. Fehlende Selbstreinigung

Im Gegensatz zu ballaststoffreichen Lebensmitteln wie rohen Karotten oder Äpfeln, die beim Kauen die Zähne eher „abreiben“, haben Salzstangen keinen Reinigungseffekt. Sie sind „adhäsiv“, das heißt, sie haften lieber an anderen Oberflächen, als dass sie durch Reibung gelöst werden.

Warum das problematisch ist:

Das Kleben ist nicht nur nervig, sondern auch ein Paradies für Bakterien. Da die Stärke bereits in Zucker aufgespalten wird, haben Kariesbakterien direkt an der Zahnoberfläche eine leicht verfügbare Energiequelle. Deshalb gilt: Nach dem Genuss von klebrigen Kohlenhydraten ist gründliches Zähneputzen (oder zumindest kräftiges Ausspülen) besonders wichtig.

Zusammenfassend: Du kaust auf trockenem Mehl, dein Speichel macht daraus Kleister, und dein Kiefer presst diesen Kleister mit Hochdruck in die feinsten Ritzen deiner Zähne.

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