Warum ist es gefährlich, Unterbodenschutz auf heiße Teile wie den Auspuff aufzutragen?
Das Auftragen von herkömmlichem Unterbodenschutz auf heiße Teile wie den Auspuff, den Katalysator oder den Partikelfilter ist aus mehreren Gründen gefährlich und technisch falsch.
Hier sind die wichtigsten Gründe:
1. Akute Brandgefahr
Dies ist das größte Risiko. Herkömmlicher Unterbodenschutz besteht meist aus Bitumen, Wachs oder speziellen Kunststoffen. Diese Materialien sind leicht entflammbar. Da eine Abgasanlage Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius (am Krümmer oder Katalysator sogar bis zu 800 °C oder mehr) erreichen kann, kann sich der Unterbodenschutz entzünden und einen Fahrzeugbrand auslösen.
2. Entwicklung giftiger Dämpfe
Selbst wenn das Material nicht sofort Feuer fängt, beginnt es bei hohen Temperaturen zu schmelzen, zu verdampfen oder zu verschmoren. Dabei werden giftige und chemische Dämpfe frei. Diese Gase können durch die Lüftung in den Innenraum des Fahrzeugs gelangen und die Gesundheit der Insassen gefährden (Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemwegsreizungen).
3. Extreme Geruchsbelästigung
Verbrannter Unterbodenschutz stinkt extrem penetrant nach Teer oder verbranntem Gummi. Dieser Geruch setzt sich oft über lange Zeit fest und ist nur sehr schwer wieder loszuwerden.
4. Hitzestau und Materialschäden
Abgasanlagen sind darauf ausgelegt, Hitze an die Umgebung abzustrahlen. Der Unterbodenschutz wirkt wie eine Isolierschicht. Dadurch kann die Hitze nicht mehr korrekt abgeführt werden, was zu einem Hitzestau führen kann. Dies kann im schlimmsten Fall Komponenten wie den Katalysator beschädigen oder umliegende Bauteile (Leitungen, Kabel) überhitzen.
5. Abtropfen auf die Fahrbahn
Wenn der Unterbodenschutz flüssig wird und vom Auspuff abtropft, verschmutzt er nicht nur die Umwelt, sondern kann auch auf andere heiße Teile oder auf die Straße gelangen, was wiederum ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Was sollte man stattdessen tun?
- Auspufflacke verwenden: Wenn Sie Teile der Abgasanlage schützen oder verschönern wollen, dürfen Sie ausschließlich spezielle hitzebeständige Lacke (Thermolacke) verwenden, die oft bis 600 °C oder 800 °C zugelassen sind.
- Abkleben: Beim Auftragen von Unterbodenschutz am Fahrzeugboden sollten Auspuff, Bremsen, Motor und Getriebe penibel mit Folie oder Papier abgeklebt werden, um versehentliches Besprühen zu vermeiden.
- Reinigung: Falls versehentlich Unterbodenschutz auf den Auspuff gelangt ist, sollte dieser vor der nächsten Fahrt gründlich mit Bremsenreiniger oder einem Schaber (im kalten Zustand!) entfernt werden.
Fazit: Unterbodenschutz gehört nur auf das Karosserieblech, niemals auf bewegliche Teile (Wellen), Bremsen oder heiße Abgaskomponenten.