Warum ist die Übertragungsgeschwindigkeit trotz Netzwerkkabel deutlich zu gering?
Melden
Wenn die Übertragungsgeschwindigkeit trotz einer LAN-Verbindung (Netzwerkkabel) deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, kann das viele Ursachen haben. Man muss hier zwischen der lokalen Geschwindigkeit (zwischen Geräten im Haus) und der Internetgeschwindigkeit unterscheiden.
Hier sind die häufigsten Fehlerquellen, sortiert von „einfach“ bis „komplex“:
1. Das Netzwerkkabel (Der Klassiker)
Nicht jedes Kabel kann jede Geschwindigkeit übertragen. Schau auf die Aufschrift auf dem Kabel (z. B. "Cat 5"):
- Cat 5: Unterstützt oft nur bis zu 100 Mbit/s.
- Cat 5e, Cat 6, Cat 7: Unterstützen 1.000 Mbit/s (1 Gbit/s) oder mehr.
- Defekt: Wenn eine der acht Adern im Kabel oder im Stecker gebrochen ist, schaltet die Verbindung oft automatisch auf 100 Mbit/s oder sogar 10 Mbit/s herunter (Fall-Back).
2. Die Hardware-Ports (Router & Switch)
- Fast-Ethernet vs. Gigabit: Ältere Router oder sehr günstige Switches haben oft nur „Fast-Ethernet“-Ports, die bei 100 Mbit/s abriegeln.
- Energiesparmodus (Green Mode): Viele FRITZ!Boxen und andere Router haben eine Einstellung, die LAN-Ports auf 100 Mbit/s drosselt, um Strom zu sparen.
- Lösung: In den Router-Einstellungen prüfen, ob die Ports auf „Power Mode“ (1 Gbit/s) statt „Green Mode“ stehen.
3. Die Netzwerkkarte des PCs/Laptops
- Alte Hardware: Ein alter Laptop hat vielleicht nur eine 100-Mbit-Netzwerkkarte verbaut.
- Treiber: Veraltete oder falsche Netzwerktreiber können die Geschwindigkeit massiv drosseln.
- Duplex-Einstellungen: In den Adaptereinstellungen von Windows kann es vorkommen, dass die „Übertragungsrate/Duplexmodus“ fest auf 100 Mbit/s eingestellt ist statt auf „Automatische Aushandlung“.
4. Software und Hintergrundprozesse
- Antivirensoftware/Firewalls: Manche Schutzprogramme scannen den gesamten ein- und ausgehenden Datenverkehr in Echtzeit, was bei schnellen Leitungen (z. B. 1 Gbit/s Glasfaser) den Prozessor überfordern und die Geschwindigkeit bremsen kann.
- VPN-Verbindungen: Wenn ein VPN aktiv ist, ist die Geschwindigkeit durch den VPN-Server und die Verschlüsselung begrenzt.
- Hintergrund-Downloads: Windows-Updates, Steam-Downloads oder Cloud-Sync (OneDrive/Dropbox) im Hintergrund können die Bandbreite beanspruchen.
5. Externe Faktoren (Internet-Speedtest)
Wenn du einen Speedtest im Internet machst:
- Der Server ist langsam: Der Testserver selbst könnte überlastet sein. Probiere verschiedene Anbieter (z. B. Breitbandmessung.de, Speedtest.net).
- Andere Geräte im Netz: Wenn gleichzeitig jemand anderes 4K-Netflix schaut, bleibt für deinen Test weniger übrig.
- Provider-Probleme: Die versprochene Geschwindigkeit „bis zu...“ kommt gar nicht erst an deinem Router an. Prüfe die DSL/Glasfaser-Synchronisation in deinem Router-Menü.
Schnelle Checkliste zur Problemlösung:
- Anderes Kabel testen: Nimm ein Kabel, auf dem mindestens „Cat 5e“ oder „Cat 6“ steht.
- Router-Einstellungen prüfen: Sind die LAN-Ports auf „Gigabit“ gestellt?
- Task-Manager prüfen: Drücke
Strg + Umschalt + Escund schau unter „Leistung“ -> „Ethernet“, ob dort bei Verbindungstyp „1,0 Gbit/s“ steht. Wenn dort „100 Mbit/s“ steht, liegt ein Hardware- oder Kabelproblem vor. - Direktverbindung: Teste den PC direkt am Router, ohne Umwege über Powerline-Adapter (DLAN) oder WLAN-Repeater, da diese die Geschwindigkeit oft drastisch reduzieren.
Wichtig: Falls du Powerline/DLAN (Internet über die Steckdose) nutzt: Auch wenn am Ende ein LAN-Kabel in den PC geht, ist die Stromleitung oft der Flaschenhals und drosselt die Geschwindigkeit massiv.