Wie lang darf ein Netzwerkkabel maximal sein, bevor es zu Signalverlusten kommt?

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Die maximale Länge für ein Standard-Netzwerkkabel (Kupfer, Twisted Pair) beträgt laut offiziellen Spezifikationen 100 Meter.

Hier sind die Details, die du dazu wissen solltest:

1. Die 100-Meter-Regel (90 + 10)

Die Spezifikation (IEEE 802.3) sieht vor, dass die Gesamtlänge eines „Channels“ 100 Meter nicht überschreiten darf. In der Praxis wird dies meist so aufgeteilt:

  • 90 Meter Installationskabel: Das starre Kabel, das in der Wand oder im Kabelkanal verlegt wird.
  • 10 Meter Patchkabel: Die flexiblen Kabel an den Enden (z. B. 2 x 5 Meter), die den PC mit der Dose und das Patchpanel mit dem Switch verbinden.

2. Unterschiede nach Kabel-Kategorie (Cat)

Je nachdem, welche Geschwindigkeit du erreichen willst, gibt es Unterschiede:

  • Cat.5e / Cat.6: Bis zu 100 Meter bei Geschwindigkeiten von 1 Gbit/s.
  • Cat.6: Wenn du 10 Gbit/s übertragen möchtest, sinkt die maximale Länge bei Cat.6-Kabeln auf etwa 37 bis 55 Meter (je nach elektromagnetischen Störungen in der Umgebung).
  • Cat.6a / Cat.7 / Cat.7a: Diese sind für 10 Gbit/s über die vollen 100 Meter spezifiziert.
  • Cat.8: Diese Kabel sind für extrem hohe Geschwindigkeiten (25/40 Gbit/s) ausgelegt, haben aber eine deutlich geringere Reichweite von maximal 30 Metern.

3. Was passiert, wenn das Kabel zu lang ist?

Es kommt nicht sofort zu einem Totalausfall, aber zu folgenden Problemen:

  • Signalabschwächung (Dämpfung): Das elektrische Signal wird so schwach, dass die Netzwerkkarte am anderen Ende die "Einsen und Nullen" nicht mehr sauber unterscheiden kann.
  • Paketverluste: Daten müssen mehrfach gesendet werden, was die effektive Geschwindigkeit massiv senkt.
  • Latenz: Die Antwortzeiten steigen an.
  • Verbindungsabbrüche: Die Hardware drosselt sich automatisch von z.B. 1000 Mbit/s auf 100 Mbit/s oder bricht die Verbindung ganz ab.

4. Was tun bei längeren Strecken?

Wenn du mehr als 100 Meter überbrücken musst, hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Switch als Repeater: Du setzt nach ca. 80-90 Metern einen aktiven Netzwerk-Switch dazwischen. Dieser bereitet das Signal neu auf und du gewinnst weitere 100 Meter.
  2. Glasfaser (LWL): Für Strecken über 100 Meter ist Glasfaser die Standardlösung. Je nach Glasfasertyp (Single-Mode oder Multi-Mode) sind Entfernungen von 500 Metern bis zu vielen Kilometern ohne Signalverlust möglich.

Besonderheit: PoE (Power over Ethernet)

Falls du über das Netzwerkkabel auch Strom übertragen willst (z. B. für eine Überwachungskamera), ist der Widerstand des Kabels entscheidend. Bei billigen Kabeln (CCA – Copper Clad Aluminum) kommt es bei großen Längen zu einem hohen Spannungsabfall. Für PoE solltest du daher immer hochwertige Vollkupfer-Kabel (BC - Bare Copper) verwenden.