Warum halbiert ein WLAN-Verstärker oft die verfügbare Internetgeschwindigkeit?

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Das Phänomen, dass ein klassischer WLAN-Verstärker (Repeater) die Geschwindigkeit halbiert, ist technisch bedingt und liegt an der Art und Weise, wie diese Geräte kommunizieren.

Hier sind die Hauptgründe einfach erklärt:

1. Das „Halbduplex“-Prinzip (Store and Forward)

Ein herkömmlicher WLAN-Repeater verfügt meist nur über eine Sende- und Empfangseinheit pro Frequenzband. Da WLAN ein sogenanntes Shared Medium ist, kann er nicht gleichzeitig senden und empfangen.

Stell dir den Repeater wie einen Dolmetscher vor:

  • Schritt 1: Der Repeater hört dem Router zu und empfängt das Datenpaket.
  • Schritt 2: Der Repeater speichert das Paket kurz zwischen.
  • Schritt 3: Der Repeater sendet das Paket an dein Endgerät (Laptop/Smartphone) weiter.

Da der Repeater für denselben Datenstrom also zweimal senden muss (einmal vom Router zum Repeater, einmal vom Repeater zum Handy), benötigt er die doppelte Zeit. Das führt dazu, dass die effektiv nutzbare Bandbreite sofort um 50 % sinkt.

2. Gleicher Kanal, doppelte Last

Der Repeater arbeitet in der Regel auf demselben Funkkanal wie der Router. Da sich alle Geräte in Funkreichweite die verfügbare Kapazität („Airtime“) dieses Kanals teilen müssen, verdoppelt der Repeater die Last auf diesem Kanal. Während der Repeater die Daten weiterreicht, muss der Router warten und kann keine neuen Daten senden.

3. Verlust durch Signalqualität

Ein Repeater kann nur das weitergeben, was er selbst empfängt. Wenn der Repeater an einer Stelle platziert ist, an der das Signal vom Router bereits schwach oder gestört ist, verstärkt er kein „sauberes“ Signal, sondern eines mit vielen Fehlern. Diese Fehler führen zu erneuten Übertragungsversuchen, was die Geschwindigkeit noch weiter unter die 50-Prozent-Marke drückt.


Wie kann man diesen Geschwindigkeitsverlust vermeiden?

Es gibt modernere Techniken, die dieses Problem umgehen oder abmildern:

  1. Crossband-Repeating: Moderne Dual-Band-Repeater können Daten auf dem 2,4-GHz-Band empfangen und gleichzeitig auf dem 5-GHz-Band an das Handy weitergeben (oder umgekehrt). Dadurch entfällt das Zeitproblem des nacheinander Sendens, und die Geschwindigkeit bleibt fast stabil.
  2. Tri-Band-Repeater: Diese Geräte haben ein drittes Funkmodul, das exklusiv für die Kommunikation zwischen Router und Repeater reserviert ist (Backhaul). Die anderen beiden Bänder bleiben voll für deine Geräte verfügbar.
  3. WLAN-Mesh-Systeme: Ein Mesh-System verwaltet die Funkverbindungen deutlich intelligenter als ein einfacher Repeater und nutzt oft dedizierte Kanäle für die interne Kommunikation.
  4. LAN-Brücke (Access Point Modus): Dies ist die beste Lösung. Man verbindet den Verstärker per LAN-Kabel mit dem Router. Das Gerät fungiert dann als „Access Point“. Die volle Geschwindigkeit des Routers gelangt per Kabel zum Gerät und wird dort verlustfrei als WLAN ausgestrahlt.

Fazit: Wenn du einen günstigen Single-Band-Repeater kaufst, ist die Halbierung der Geschwindigkeit technisch unvermeidbar. Für volle Geschwindigkeit solltest du auf LAN-Verkabelung oder Tri-Band-Mesh-Systeme setzen.