Warum geht die Zigarette ständig aus, wenn besonders dünnes Zigarettenpapier verwendet wird?

Melden

Dass Zigaretten bei der Verwendung von sehr dünnem Papier (oft als „Ultra Thin“, „Extra Fine“ oder „Type B“ bezeichnet) häufiger ausgehen, liegt an einer Kombination aus physikalischen und chemischen Faktoren.

Hier sind die Hauptgründe:

1. Fehlende Brandbeschleuniger (Glimmsalze)

Herkömmliches, dickeres Zigarettenpapier (Type A) ist oft mit sogenannten Glimmsalzen (z. B. Nitraten oder Phosphaten) imprägniert. Diese sorgen dafür, dass das Papier gleichmäßig und von selbst weiterbrennt, auch wenn man nicht an der Zigarette zieht. Sehr dünne Blättchen werden oft mit dem Ziel hergestellt, den Eigengeschmack des Papiers zu minimieren. Daher enthalten sie weniger oder gar keine dieser chemischen Zusätze. Ohne diese „Brennstarthilfe“ erlischt die Glut schneller.

2. Geringere Materialdichte (Weniger „Brennstoff“)

Papier ist organisches Material, das beim Verbrennen Energie (Hitze) freisetzt. Ein dickes Papier liefert mehr „Brennstoff“, der die Glut am Leben erhält. Dünnes Papier hat schlichtweg weniger Masse. Wenn du nicht ziehst, reicht die Hitze, die das dünne Papier beim Verglimmen erzeugt, oft nicht aus, um den Tabak daneben auf Entzündungstemperatur zu halten.

3. Geringere Luftdurchlässigkeit (Porosität)

Es klingt widersprüchlich, aber viele extrem dünne Papiere sind sehr dicht gewebt, um trotz der geringen Dicke stabil zu bleiben. Das bedeutet, dass weniger Sauerstoff durch das Papier an die Glut gelangt, während die Zigarette ruht. Da Feuer Sauerstoff braucht, „erstickt“ die Glut bei Windstille oder im Aschenbecher schneller.

4. Die Feuchtigkeit des Tabaks

Dünnes Papier reagiert empfindlicher auf die Feuchtigkeit im Tabak. Da das Papier selbst kaum Hitze entwickelt, muss die Energie fast ausschließlich aus dem glimmenden Tabak kommen. Ist der Tabak auch nur leicht zu feucht, reicht die Eigenhitze der Glut bei dünnem Papier nicht aus, um die Feuchtigkeit zu verdampfen und den Tabak weiter brennen zu lassen.

5. Gewünschter Effekt: „Slow Burning“

Hersteller von dünnem Papier werben oft mit dem Attribut „Slow Burning“. Das ist für viele Raucher ein Qualitätsmerkmal, da die Zigarette nicht einfach im Aschenbecher „wegbrennt“, während man sie nicht in der Hand hält. Der Nachteil ist eben, dass man aktiv ziehen muss, um den Verbrennungsprozess am Laufen zu halten.


Tipps, damit die Zigarette weniger oft ausgeht:

  • Lockeres Drehen: Wenn du dünnes Papier verwendest, drehe die Zigarette nicht zu fest. So kann mehr Luft durch den Tabak strömen.
  • Tabak trocknen: Achte darauf, dass der Tabak nicht zu feucht ist.
  • Gleichmäßiges Ziehen: Bei dünnem Papier ist es notwendig, in kürzeren Abständen zu ziehen, um die Temperatur der Glut hoch zu halten.
  • Papierwahl: Wenn es dich zu sehr stört, wechsle auf ein mitteldickes Papier (oft als „Blue“ oder „Fine“ gekennzeichnet), das einen Kompromiss aus Geschmack und Brennverhalten bietet.