Warum führt häufiger Kurzstreckenbetrieb zu verrußten Zündkerzen?

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Dass häufiger Kurzstreckenbetrieb zu verrußten Zündkerzen führt, liegt vor allem an der fehlenden Betriebstemperatur. Um sauber zu funktionieren, benötigen Zündkerzen eine gewisse Hitze.

Hier sind die physikalischen und chemischen Gründe im Detail:

1. Das „fette“ Gemisch beim Kaltstart

Wenn ein Motor kalt ist, kondensiert ein Teil des eingespritzten Kraftstoffs an den kalten Zylinderwänden. Um dies auszugleichen und den Motor am Laufen zu halten, spritzt das Steuergerät deutlich mehr Kraftstoff ein, als eigentlich für die Verbrennung nötig wäre (man spricht von einem „fetten Gemisch“).

Bei diesem Kraftstoffüberschuss findet keine saubere Verbrennung statt. Es entstehen vermehrt Rußpartikel (unverbrannter Kohlenstoff).

2. Die fehlende Selbstreinigungstemperatur

Zündkerzen haben einen sogenannten Selbstreinigungseffekt. Dieser setzt erst ab einer Temperatur von etwa 450 °C bis 500 °C am Isolatorfuß der Kerze ein. Bei diesen Temperaturen verbrennen die Rußablagerungen auf der Kerze rückstandslos.

  • Bei Kurzstrecken: Der Motor und damit auch die Zündkerzen erreichen diese kritische Temperaturmarke nicht oder nur für viel zu kurze Zeit.
  • Die Folge: Der Ruß aus der Kaltstartphase bleibt an der Kerze haften und schichtet sich bei jeder weiteren Kurzstrecke auf.

3. Der Teufelskreis der Leitfähigkeit

Ruß (Kohlenstoff) leitet elektrischen Strom. Wenn die Isolatorspitze der Zündkerze mit einer dicken Rußschicht überzogen ist, passiert Folgendes:

  • Die elektrische Spannung fließt nicht mehr als Funke über die Elektrode ab, sondern kriecht am verrußten Isolator entlang gegen Masse (Kriechstrom).
  • Dadurch wird der Zündfunke schwächer oder bleibt ganz aus (Zündaussetzer).
  • Ohne Funke wird der Kraftstoff gar nicht mehr verbrannt, was die Kerze noch mehr verschmutzt („nasse Kerze“).

4. Kondenswasser und Öl

Auf Kurzstrecken verdampfen zudem weder das Kondenswasser noch geringe Mengen Kraftstoff im Motoröl. Dies verschlechtert die Verbrennungsbedingungen zusätzlich und fördert Ablagerungen im gesamten Brennraum, also auch an den Zündkerzen.

Was hilft dagegen?

  • Langstrecke fahren: Den Wagen gelegentlich über eine längere Distanz (mindestens 20–30 Minuten) auf der Autobahn oder Landstraße bewegen, damit die Kerzen ihre Selbstreinigungstemperatur erreichen und „freibrennen“.
  • Zündkerzen mit korrektem Wärmewert: Sicherstellen, dass die vom Hersteller vorgeschriebenen Kerzen verbaut sind.
  • Verschleiß prüfen: Alte Zündkerzen verrußen schneller als neue.

Zusammenfassend: Die Kerze wird bei Kurzstrecken schlichtweg nicht heiß genug, um den Schmutz, der zwangsläufig beim Kaltstart entsteht, wieder „wegzubrennen“.

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