Warum führt eine zu hohe Dosierung von Augencreme oft zu Reizungen?

Melden

Dass eine zu hohe Dosierung von Augencreme oft zu Reizungen, Schwellungen oder Rötungen führt, hat mehrere anatomische und chemische Gründe. Die Haut um die Augen ist die dünnste und empfindlichste des gesamten Körpers.

Hier sind die Hauptgründe für die Reizungen:

1. „Wandern“ des Produkts (Migration)

Dies ist die häufigste Ursache. Durch die Körperwärme verflüssigt sich die Creme leicht. Wenn zu viel Produkt aufgetragen wird, „kriecht“ der Überschuss in das Auge selbst oder gelangt an den Wimpernkranz.

  • Die Folge: Die Inhaltsstoffe reizen die Schleimhäute der Augen. Das führt zu Brennen, Tränen und Rötungen der Augäpfel.

2. Überforderung der dünnen Hautbarriere

Die Haut unter den Augen hat fast keine Unterhautfettgewebe und kaum Talgdrüsen. Wenn man sie mit einer dicken Schicht Creme „überfüttert“, kann sie die Wirkstoffe nicht mehr aufnehmen.

  • Die Folge: Die Haut „erstickt“ unter einer okklusiven (abdichtenden) Schicht. Dies kann zu kleinen weißen Knötchen führen, den sogenannten Milien (Grießkörnern), die entstehen, wenn abgestorbene Hautschüppchen unter der Oberfläche eingeschlossen werden.

3. Konzentration der Wirkstoffe

Augencremes sind oft hochkonzentriert (z. B. mit Vitamin C, Retinol oder Koffein), um Augenringe oder Fältchen zu bekämpfen. In geringer Dosis ist das effektiv, in zu hoher Dosis greifen diese Stoffe die empfindliche Barriere an.

  • Die Folge: Es kommt zu Kontakt-Dermatitis, Schuppung oder einem brennenden Gefühl auf der Haut.

4. Behinderung des Lymphabflusses

Zu viel schwere Creme (besonders solche mit viel Wachs oder Fett) kann den natürlichen Lymphabfluss im Gewebe behindern.

  • Die Folge: Statt die Augenpartie zu glätten, bewirkt die Überdosierung das Gegenteil: Man wacht morgens mit geschwollenen Augen („Puffy Eyes“) auf, da sich Flüssigkeit im Gewebe staut.

5. Konservierungs- und Duftstoffe

Jede Creme enthält Konservierungsstoffe, um Keimbildung zu verhindern. Bei einer normalen Dosierung ist die Menge dieser Stoffe für die Haut unbedenklich. Trägt man jedoch die dreifache Menge auf, potenziert sich auch die Menge an potenziell reizenden Hilfsstoffen.


Wie man es richtig macht:

  1. Menge: Verwende pro Auge nur etwa eine reiskorngroße Menge.
  2. Platzierung: Trage die Creme nicht direkt am Wimpernkranz oder auf dem beweglichen Lid auf. Klopfe sie stattdessen sanft auf den knöchernen Rand der Augenhöhle (Orbitalbogen) ein.
  3. Applikation: Nutze den Ringfinger, da dieser den geringsten Druck ausübt.
  4. Verteilung: Durch die Mimik und die natürliche Hautfeuchtigkeit verteilt sich das Produkt von selbst in Richtung Auge, ohne es zu überfluten.

Zusammenfassend gilt bei Augencreme fast immer: Weniger ist mehr!

0