Warum entwickeln feuchte Putzlappen oft einen unangenehmen Geruch?

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Dass feuchte Putzlappen nach einiger Zeit unangenehm riechen (oft muffig, säuerlich oder nach „nassem Hund“), liegt nicht am Lappen selbst, sondern an den mikroskopisch kleinen Bewohnern darin.

Hier sind die Hauptgründe für die Geruchsentwicklung:

1. Bakterien und Pilze

Die Hauptursache sind Mikroorganismen, insbesondere Bakterien. Ein feuchter Lappen bietet den idealen Nährboden für sie. Einer der bekanntesten Verursacher des typischen „Muffel-Geruchs“ ist das Bakterium Moraxella osloensis. Dieses Bakterium kommt überall in der Umwelt vor und produziert beim Abbau von organischen Stoffen übelriechende Stoffwechselprodukte (flüchtige organische Verbindungen).

2. Die „Nahrung“ im Lappen

Beim Putzen nimmt der Lappen nicht nur Wasser auf, sondern auch:

  • Hautschuppen
  • Speisereste und Fett
  • Zellulosefasern (vom Lappen selbst oder von Staub)
  • Proteine

Diese organischen Rückstände dienen den Bakterien als Nahrung. Je mehr Schmutz im Lappen verbleibt, desto schneller vermehren sich die Bakterien.

3. Feuchtigkeit und Wärme

Bakterien lieben es warm und feucht. Wenn ein Lappen zusammengeknüllt in der Spüle liegt, trocknet er sehr langsam. Die Feuchtigkeit im Inneren bleibt über Stunden oder Tage erhalten – das ist wie eine „Wellness-Oase“ für Mikroben. Je länger der Lappen feucht bleibt, desto mehr Zeit haben die Bakterien, sich exponentiell zu vermehren.

4. Biofilme

Wenn ein Lappen selten bei hohen Temperaturen gewaschen wird, können sich Biofilme bilden. Das ist eine Schleimschicht aus Bakterien, die sehr widerstandsfähig gegen einfaches Ausspülen mit kaltem Wasser oder mildem Spülmittel ist.


Was kann man dagegen tun?

Damit die Lappen frisch bleiben, helfen diese Maßnahmen:

  1. Richtig Trocknen: Den Lappen nach Gebrauch gründlich auswringen und ausgebreitet aufhängen (z. B. über den Wasserhahn oder eine Schiene), damit er schnell trocknet. Ohne Wasser stoppt die Vermehrung der Bakterien.
  2. Heiß Waschen: Bakterien (insbesondere Moraxella) sterben erst bei höheren Temperaturen ab. Putzlappen sollten regelmäßig bei mindestens 60 °C in der Waschmaschine gewaschen werden. Ein Vollwaschmittel in Pulverform (enthält meist Bleiche) wirkt zusätzlich desinfizierend.
  3. Regelmäßig Wechseln: In der Küche sollte der Lappen spätestens alle 2 bis 3 Tage (bei intensivem Gebrauch täglich) gegen einen frischen ausgetauscht werden.
  4. Kein Weichspüler: Weichspüler verklebt die Fasern (besonders bei Mikrofasertüchern), wodurch sie Feuchtigkeit schlechter abgeben und schlechter trocknen.
  5. Ausspülen: Nach dem Putzen den Lappen mit sehr heißem Wasser und eventuell etwas Spülmittel gründlich auswaschen, um die „Nahrung“ (Fett und Schmutz) zu entfernen, bevor man ihn zum Trocknen aufhängt.
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