Warum entstehen trotz regelmäßiger Reinigung unangenehme Gerüche an der Menstruationstasse?
Es ist frustrierend, wenn die Menstruationstasse trotz sorgfältiger Hygiene unangenehm riecht. Dafür gibt es meistens ganz spezifische chemische oder biologische Gründe.
Hier sind die häufigsten Ursachen, warum Gerüche entstehen und wie du sie vermeiden kannst:
1. Reinigung mit zu heißem Wasser (der häufigste Fehler)
Wenn du die Tasse nach dem Entleeren sofort mit heißem Wasser ausspülst, ist das oft die Ursache.
- Warum? Menstruationsblut enthält viel Eiweiß (Proteine). Heißes Wasser bewirkt, dass diese Proteine gerinnen und sich fest mit der Silikonoberfläche verbinden. Diese Rückstände sind oft unsichtbar, fangen aber mit der Zeit an zu riechen.
- Lösung: Spüle die Tasse immer zuerst gründlich mit kaltem Wasser aus, um die Proteine zu entfernen. Erst danach solltest du sie mit warmem Wasser und einer milden Seife reinigen.
2. Zu langes Tragen
Die meisten Hersteller empfehlen, die Tasse maximal 8 bis 12 Stunden am Stück zu tragen.
- Warum? Je länger das Blut in der Tasse verbleibt und der Körperwärme ausgesetzt ist, desto mehr Zeit haben Bakterien, das Blut zu zersetzen. Dabei entstehen Gase und Gerüche, die in das Silikon einziehen können.
- Lösung: Leere die Tasse während der starken Tage öfter aus (alle 4–6 Stunden), auch wenn sie noch nicht voll ist.
3. Rückstände in den Luftlöchern
Jede Menstruationstasse hat kleine Belüftungslöcher am oberen Rand, die für den Unterdruck wichtig sind.
- Warum? In diesen winzigen Löchern setzen sich oft Blutreste fest, die bei der normalen Reinigung übersehen werden. Diese Reste zersetzen sich und verursachen Geruch.
- Lösung: Reinige die Löcher gezielt. Du kannst die Tasse mit Wasser füllen, die Handfläche oben drauflegen und das Wasser durch die Löcher drücken oder eine kleine Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste) verwenden.
4. Ungeeignete Reinigungsmittel
- Warum? Aggressive Seifen, parfümierte Reinigungsmittel oder Öle können die Oberfläche des Silikons angreifen oder einen Film hinterlassen, in dem sich Bakterien besser ansiedeln können.
- Lösung: Nutze nur pH-neutrale, unparfümierte Seifen oder spezielle Reinigungsmittel für Menstruationstassen.
5. Veränderung des vaginalen pH-Werts
- Warum? Manchmal liegt es gar nicht an der Tasse selbst, sondern an einer Veränderung der Vaginalflora (z. B. durch eine leichte Infektion oder das Ende der Periode, wenn der pH-Wert steigt). Das Silikon nimmt diesen veränderten Geruch an.
- Lösung: Wenn der Geruch sehr fischig oder extrem streng ist, könnte eine bakterielle Vaginose vorliegen. In diesem Fall solltest du einen Arzt aufsuchen.
6. Die Lagerung
- Warum? Silikon muss „atmen“. Wenn du die Tasse in einem luftdichten Plastikbehälter oder einer Plastiktüte aufbewahrst, können Restfeuchtigkeit und Bakterien muffige Gerüche entwickeln.
- Lösung: Lagere die Tasse immer in einem atmungsaktiven Baumwollsäckchen.
Was tun, wenn die Tasse bereits riecht?
Wenn der Geruch einmal da ist, hilft einfaches Abkochen oft nicht mehr aus. Probiere diese Methoden:
- Sonnenbad: Lege die gereinigte Tasse für ein paar Stunden in die direkte Sonne (auf die Fensterbank). UV-Licht tötet Bakterien ab und neutralisiert fast alle Gerüche sowie Verfärbungen.
- Zitronensaft: Reibe die Tasse mit Zitronensaft ein, lass ihn kurz einwirken und spüle sie dann gründlich ab (danach unbedingt noch einmal abkochen!).
- Essig-Wasser-Bad: Lege die Tasse für ein paar Stunden in eine Mischung aus Wasser und Essig (Verhältnis 1:1).
- Wasserstoffperoxid (3%): Ein kurzes Bad (ca. 30-60 Min.) in 3-prozentigem Wasserstoffperoxid (aus der Apotheke) wirkt Wunder gegen Gerüche und macht die Tasse wieder wie neu. Danach sehr gründlich abspülen und abkochen.
Wichtig: Wenn das Silikon klebrig wird, Risse bekommt oder sich auflöst, solltest du die Tasse entsorgen und eine neue kaufen.