Warum entstehen nach dem Düngen oft unschöne gelbe oder braune Flecken im Rasen?
Das Entstehen von gelben oder braunen Flecken nach dem Düngen – im Fachjargon oft „Düngerverbrennungen“ genannt – hat meist eine physikalisch-chemische Ursache.
Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:
1. Der „Salzeffekt“ (Osmose)
Mineraldünger bestehen im Wesentlichen aus Nährsalzen. Wenn diese Salze in zu hoher Konzentration auf eine Stelle gelangen, passiert Folgendes:
- Salz zieht Wasser an. Durch einen Prozess namens Osmose entzieht das Düngerkorn den Graspflanzen und dem umliegenden Boden die Feuchtigkeit.
- Anstatt dass die Pflanze Wasser aufnimmt, wird sie regelrecht „ausgesaugt“. Die Zellen vertrocknen und sterben ab, was zu den typischen braunen Flecken führt.
2. Ungleichmäßige Verteilung
Dies ist die häufigste Ursache für Fleckenbildung.
- Düngen von Hand: Wenn man den Dünger mit der Hand wirft, landen an manchen Stellen dicke Klumpen, während andere Stellen leer ausgehen. Dort, wo zu viel liegt, verbrennt der Rasen.
- Stoppen mit dem Streuwagen: Wenn man den Streuwagen kurz anhält, ohne den Streumechanismus zu schließen, rieselt an einer Stelle eine große Menge Dünger heraus.
3. Fehlende Bewässerung
Dünger muss sich auflösen, um in den Boden zu gelangen.
- Bleiben die Düngerkörner bei trockenem Wetter auf den Halmen liegen, wirken sie wie kleine Ätztabletten.
- Besonders kritisch ist es, wenn es nach dem Düngen nur ganz leicht regnet. Das reicht zwar aus, um das Salzkorn klebrig zu machen, aber nicht, um es in die Erde zu spülen. Es bleibt am Grashalm haften und „verbrennt“ ihn.
4. Düngen auf feuchtem Rasen
Wenn das Gras morgens noch taufeucht ist oder es kurz vorher geregnet hat, kleben die Düngerkörner an den Halmen fest, anstatt auf den Boden zu fallen. Da die Konzentration direkt am Blatt extrem hoch ist, entstehen sofort Verbrennungen.
5. Hitze und Sonneneinstrahlung
Direkte Sonneneinstrahlung verstärkt den Effekt. Wenn die Sonne auf die Nährsalze scheint, die auf den Halmen liegen, entstehen chemische Reaktionen und Hitze, die das Gras zusätzlich schädigen.
Wie kann man das verhindern?
- Streuwagen nutzen: Nur so erzielt man eine gleichmäßige Verteilung.
- Trockener Rasen, feuchter Boden: Düngen Sie, wenn das Gras oben absolut trocken ist, der Boden aber idealerweise leicht feucht.
- Sofort wässern: Wässern Sie den Rasen nach dem Düngen intensiv (ca. 20–30 Minuten). Das spült die Salze von den Halmen in die Wurzelzone, wo sie hingehören.
- Abends düngen: So hat der Dünger Zeit, über Nacht (vielleicht mit zusätzlichem Wässern) einzuwirken, ohne dass die Sonne den Rasen stresst.
- Organischer Dünger: Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt organischen Dünger (z. B. Hornmehl oder Pellets). Dieser setzt Nährstoffe langsam frei und verbrennt den Rasen fast nie, da er kaum Salze enthält.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
Wenn Sie braune Flecken entdecken: Wässern, wässern, wässern! Versuchen Sie, die überschüssigen Salze durch intensives Gießen tief in den Boden zu schwemmen. Wenn die Stellen nach zwei Wochen immer noch kahl sind, müssen Sie dort nachsäen, da das Gras an diesen Punkten meist komplett abgestorben ist.