Warum entstehen bei der Nutzung von Damenbinden manchmal unangenehme Gerüche?

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Dass während der Periode bei der Nutzung von Damenbinden Gerüche entstehen, ist völlig normal und hat meist biologische oder physikalische Ursachen. Frisches Menstruationsblut an sich ist fast geruchlos bzw. hat nur einen leichten metallischen Geruch (wegen des Eisens im Blut).

Hier sind die Hauptgründe, warum es in Verbindung mit Binden zu unangenehmen Gerüchen kommen kann:

1. Oxidation und Bakterien

Sobald das Menstruationsblut den Körper verlässt und mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt ein natürlicher Oxidationsprozess. Gleichzeitig vermischt sich das Blut mit der normalen Bakterienflora der Haut und der Scheide sowie mit Schweiß und Talg. Die Bakterien beginnen, die organischen Bestandteile des Blutes und der Gebärmutterschleimhaut zu zersetzen. Bei diesem Zersetzungsprozess entstehen Gase, die wir als unangenehm empfinden.

2. Das „Feucht-warme Milieu“ (Treibhauseffekt)

Viele herkömmliche Binden haben auf der Unterseite eine Kunststoffschicht (Wäscheschutzfolie), um ein Durchbluten zu verhindern. Diese Schicht ist jedoch oft nicht luftdurchlässig.

  • Wärmestau: Durch die Körperwärme entsteht in der Unterwäsche ein feucht-warmes Klima.
  • Bakterienwachstum: Bakterien vermehren sich in dieser Wärme besonders schnell. Je mehr Bakterien, desto stärker die Geruchsbildung.

3. Chemische Reaktionen mit Superabsorbern

In modernen Binden stecken oft sogenannte Superabsorber (Polymer-Gele), die die Flüssigkeit binden. Wenn das Blut mit diesen chemischen Stoffen reagiert, kann ein spezifischer, oft künstlich-muffiger Geruch entstehen, der typisch für benutzte Einwegbinden ist.

4. Parfümierte Binden

Einige Hersteller setzen Duftstoffe ein, um Menstruationsgeruch zu überdecken. Wenn sich dieser künstliche Duft jedoch mit dem Geruch von zersetztem Blut vermischt, entsteht oft ein noch unangenehmerer, sehr markanter Geruch. Zudem können Parfüme die empfindliche Haut irritieren und das natürliche pH-Gleichgewicht stören.

5. Zu langes Tragen

Je länger eine Binde getragen wird, desto mehr Zeit haben die Bakterien für den Zersetzungsprozess. Fachleute empfehlen, die Binde alle 3 bis 4 Stunden zu wechseln, auch wenn sie noch nicht „voll“ ist, um die Keimbildung und Geruchsentwicklung zu begrenzen.

6. Infektionen

In manchen Fällen kann ein sehr starker oder fischiger Geruch auch auf eine Infektion hindeuten (z. B. bakterielle Vaginose oder eine Pilzinfektion). Wenn der Geruch auch unmittelbar nach dem Waschen oder unabhängig von der Binde besteht, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.


Was kann man dagegen tun?

  • Häufiges Wechseln: Die Binde regelmäßig tauschen, bevor sich Bakterien massiv vermehren können.
  • Atmungsaktive Materialien: Bio-Binden aus Baumwolle ohne Plastikschicht oder spezielle atmungsaktive Produkte lassen mehr Luft durch und reduzieren das Schwitzen.
  • Parfümfreie Produkte: Auf Binden „mit Frischeduft“ verzichten.
  • Alternative Produkte: Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche werden oft als geruchsärmer empfunden. Bei der Tasse bleibt das Blut im Körperinneren ohne Luftkontakt (keine Oxidation), und Periodenunterwäsche ist oft atmungsaktiver als Plastikbinden.
  • Hygiene: Während der Periode die Vulva nur mit warmem Wasser reinigen. Seife kann den pH-Wert stören und Gerüche durch ein Ungleichgewicht der Flora fördern.
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