Warum deckt der Concealer bläuliche Schatten oder Rötungen oft nicht vollständig ab?
Dass ein Concealer bläuliche Augenschatten oder Rötungen nicht vollständig abdeckt oder das Ergebnis unnatürlich wirkt (z. B. aschig oder fleckig), hat meist physikalische und farbtheoretische Gründe.
Hier sind die Hauptgründe, warum ein normaler Concealer oft allein nicht ausreicht:
1. Die Farbenlehre (Komplementärfarben)
Dies ist der häufigste Grund. Ein herkömmlicher Concealer ist meist hautfarben (beige/gelblich). Wenn man Beige über ein starkes Blau oder Rot legt, passiert Folgendes:
- Bei bläulichen Schatten: Das Beige vermischt sich optisch mit dem Blau. Das Ergebnis ist oft ein Graustich. Die dunkle Tiefe scheint immer noch durch, nur eben in einer gräulichen Nuance.
- Bei Rötungen: Das Rot scheint durch die helle Beigeschicht hindurch und lässt die Stelle rosa oder unruhig wirken.
Lösung: Color Correcting. Man muss die Farbe erst neutralisieren, bevor man den hautfarbenen Concealer aufträgt.
- Pfirsich/Lachs/Orange neutralisiert Blau/Violett (unter den Augen).
- Grün neutralisiert Rot (bei Pickeln oder Couperose).
2. Zu geringe Pigmentierung
Viele Concealer aus dem Drogeriebereich haben einen hohen Anteil an Feuchtigkeit oder Silikonen, aber zu wenige Farbpigmente. Sie sind „sheer“ (transparent). Bei starken Verfärbungen reicht die Schichtdicke nicht aus, um das Licht so zu reflektieren, dass die Verfärbung darunter unsichtbar wird.
3. Die falsche Textur für den Hauttyp
- Trockenheit: Wenn die Haut unter den Augen trocken ist, saugt sie die Feuchtigkeit aus dem Concealer auf. Zurück bleiben die Pigmente, die sich in die Fältchen setzen („Creasing“). Dadurch wirkt die Stelle nicht abgedeckt, sondern betont und krümelig.
- Fettige Haut: Bei Rötungen (oft im Nasenflügelbereich oder bei Unreinheiten) rutscht der Concealer einfach weg, wenn er nicht fest genug auf der Haut haftet.
4. Falsche Auftragetechnik
Viele Menschen verreiben den Concealer. Dabei wischt man das Produkt eigentlich nur von der Stelle weg, die man abdecken möchte.
- Besser: Den Concealer mit dem Ringfinger oder einem Schwämmchen einklopfen (tupfen). So bleibt die Pigmentdichte direkt über der Verfärbung erhalten.
5. Das „Durchscheinen“ (Transluzenz der Haut)
Die Haut unter den Augen ist extrem dünn. Wenn dort Gefäße bläulich durchschimmern, ist das kein Oberflächenproblem, sondern ein Tiefenproblem. Ein herkömmlicher Concealer reflektiert das Licht oft nicht stark genug, um diese optische Tiefe zu „stoppen“.
Tipps für ein perfektes Ergebnis:
- Vorbereitung: Eine gute Augencreme verwenden (einziehen lassen!), damit die Haut glatt ist.
- Neutralisieren: Einen Peach- oder Corrector-Stift hauchdünn direkt auf die blauen Stellen tupfen.
- Concealer: Erst danach den hautfarbenen Concealer darübergeben.
- Fixieren: Mit einem sehr feinen, transparenten Puder („Setting Powder“) fixieren, damit das Produkt dort bleibt, wo es hingehört und nicht in die Fältchen rutscht.
- Lichtreflexion: Concealer mit lichtreflektierenden Partikeln helfen zusätzlich, Schatten optisch „auszuleuchten“.