Warum brennen viele Mizellenwässer bei der Reinigung im Augenbereich?

Melden

Dass Mizellenwasser im Augenbereich brennt, ist ein häufiges Problem. Die Ursachen dafür liegen meist in der chemischen Zusammensetzung des Produkts oder in der Art der Anwendung.

Hier sind die Hauptgründe, warum es zu Reizungen kommen kann:

1. Die Tenside (Reinigungssubstanzen)

Mizellenwasser besteht aus Wasser und Tensiden. Diese Tenside bilden kleine Kugeln (Mizellen), die Schmutz und Fett einschließen.

  • Reizpotenzial: Manche Tenside (wie z. B. Poloxamer 184 oder bestimmte PEG-Verbindungen) sind aggressiver als andere. Wenn diese in die Augen gelangen, stören sie den schützenden Tränenfilm, was das brennende Gefühl auslöst.

2. Der falsche pH-Wert

Die Augenoberfläche und die Tränenflüssigkeit haben einen pH-Wert von etwa 7,1 bis 7,4 (neutral bis leicht basisch).

  • Viele Gesichtspflegeprodukte sind jedoch leicht sauer eingestellt (pH-Wert um 5,5), um dem natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu entsprechen.
  • Gelangt ein Produkt mit einem sauren pH-Wert direkt ins Auge, reagiert dieses mit Brennen und Rötungen.

3. Konservierungsstoffe und Alkohole

Damit Mizellenwasser nicht verkeimt, werden Konservierungsstoffe zugesetzt.

  • Phenoxyethanol: Ein sehr häufiger Konservierungsstoff, der dafür bekannt ist, bei Kontakt mit den Schleimhäuten oder der dünnen Haut um die Augen ein Stechen oder Brennen zu verursachen.
  • Alkohol: Manche Produkte enthalten Alkohol, um ein frisches Gefühl zu erzeugen oder die Haltbarkeit zu erhöhen. Alkohol trocknet die empfindliche Augenpartie extrem aus und brennt stark, wenn er ins Auge gelangt.

4. Duftstoffe

Parfüm und Duftstoffe haben in der Augenreinigung eigentlich nichts zu suchen, sind aber in vielen Standard-Mizellenwässern enthalten. Die empfindlichen Schleimhäute der Augen reagieren oft allergisch oder gereizt auf diese chemischen Zusätze.

5. Mechanische Reizung (Reiben)

Oft liegt es nicht nur am Produkt selbst, sondern an der Anwendung:

  • Wer zu stark mit dem Wattepad über die Augen reibt, verursacht Mikroverletzungen an der Haut und reizt die Hornhaut. Das Mizellenwasser dringt dann in diese gereizten Stellen ein, was das Brennen verstärkt.

6. "Non-Rinse"-Mythos

Viele Hersteller werben damit, dass Mizellenwasser nicht abgewaschen werden muss.

  • Das Problem: Die Tenside bleiben auf der Haut zurück. Wenn man danach schwitzt oder sich später die Augen reibt, können diese Rückstände ins Auge gelangen und dort zeitverzögert Reizungen auslösen.

Tipps, um Brennen zu vermeiden:

  1. Nicht reiben: Tränken Sie das Wattepad gut, drücken Sie es für ca. 10–20 Sekunden sanft auf das geschlossene Auge und wischen Sie den Schmutz dann mit einer Bewegung nach unten/außen weg.
  2. Abspülen: Auch wenn "ohne Abspülen" auf der Flasche steht – waschen Sie Ihr Gesicht nach der Reinigung kurz mit klarem, lauwarmem Wasser ab.
  3. Inhaltsstoffe prüfen: Achten Sie auf Produkte ohne Parfüm, ohne Alkohol und idealerweise mit dem Hinweis „augenärztlich getestet“.
  4. Spezielle Augen-Make-up-Entferner: Wenn Ihr Mizellenwasser brennt, nutzen Sie für die Augen lieber ein spezielles Zwei-Phasen-Produkt (Öl-Wasser-Basis). Das Öl löst das Make-up sanfter und pflegt gleichzeitig die Haut, ohne die Schleimhäute so stark anzugreifen wie reine Tensid-Lösungen.