Warum brennen manche Tagescremes nach dem Auftragen auf der Haut oder in den Augen?
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Das Brennen nach dem Auftragen einer Tagescreme ist ein Zeichen dafür, dass die Haut gereizt ist oder die Inhaltsstoffe nicht optimal vertragen werden. Es gibt dafür verschiedene Gründe, die man in zwei Kategorien unterteilen kann: Hautreizungen und Augenreizungen.
Hier sind die häufigsten Ursachen:
1. Warum brennt die Haut?
- Beschädigte Hautbarriere: Wenn die Haut extrem trocken, rissig oder durch Kälte/Wind gereizt ist, ist die natürliche Schutzbarriere gestört. Inhaltsstoffe, die normalerweise harmlos sind, dringen dann tiefer in die Haut ein und reizen die Nervenenden.
- Alkohol: Viele Cremes enthalten Alkohol (oft als Alcohol denat. deklariert), um die Textur leichter zu machen oder die Haltbarkeit zu verlängern. Auf empfindlicher oder frisch rasierter Haut verursacht dieser ein brennendes Gefühl.
- Duftstoffe und ätherische Öle: Parfümstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern für Kontaktallergien oder Reizungen. Auch natürliche ätherische Öle (wie Zitrusöle oder Menthol) können stark reizen.
- Aktive Wirkstoffe: Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Retinol oder Fruchtsäuren (AHA/BHA) haben einen niedrigen pH-Wert oder eine stark stimulierende Wirkung. Ein leichtes Kribbeln ist oft normal, ein starkes Brennen deutet jedoch auf eine Überforderung der Haut hin.
- Konservierungsstoffe: Stoffe wie Phenoxyethanol können bei manchen Menschen ein brennendes oder stechendes Gefühl auslösen.
2. Warum brennen die Augen?
Das Brennen in den Augen tritt oft erst einige Zeit nach dem Auftragen auf, was meist an folgenden Faktoren liegt:
- „Kriechöle“: Viele Cremes enthalten Öle und Lipide, die sich durch die Körperwärme verflüssigen und auf der Haut „wandern“. Wenn diese Öle in den Tränenfilm des Auges gelangen, entsteht ein brennender Schleier oder Schmerz.
- UV-Filter (Sonnenschutz): Da die meisten Tagescremes einen Lichtschutzfaktor (LSF) haben, enthalten sie chemische UV-Filter. Besonders Stoffe wie Avobenzon oder Octocrylen sind dafür bekannt, die Schleimhäute der Augen extrem zu reizen.
- Ausdünstungen: Manche Inhaltsstoffe (wie Alkohole oder flüchtige Duftstoffe) verdampfen nach dem Auftragen. Diese Dämpfe können die Augen reizen, auch wenn die Creme gar nicht direkt hineingelangt ist.
3. Was kann man dagegen tun?
- Augenpartie aussparen: Trage die normale Tagescreme nur bis zum Jochbein auf. Nutze für die direkte Augenpartie eine spezielle Augencreme. Diese ist so formuliert, dass sie nicht „kriecht“ und keine reizenden Duftstoffe enthält.
- Parfümfreie Produkte: Wähle Cremes ohne Duftstoffe (Scent-free / Fragrance-free), um das Allergierisiko zu minimieren.
- Mineralische UV-Filter: Wenn chemische Filter in den Augen brennen, versuche es mit Tagescremes, die mineralische Filter (Zinkoxid oder Titandioxid) nutzen. Diese brennen meist nicht in den Augen.
- Haut beruhigen: Wenn die Haut brennt, hilft oft eine Creme mit beruhigenden Stoffen wie Panthenol, Aloe Vera oder Ceramiden, um die Barriere wieder aufzubauen.
- Patch-Test: Teste eine neue Creme erst an einer kleinen Stelle (z. B. am Hals oder hinter dem Ohr), bevor du sie im ganzen Gesicht verteilst.
Wichtig: Wenn das Brennen mit starker Rötung, Schwellung oder Pusteln einhergeht, könnte eine Kontaktallergie vorliegen. In diesem Fall solltest du das Produkt sofort absetzen und ggf. einen Hautarzt aufsuchen.