Warum bilden sich beim Glätten des Silikons kleine Blasen in der Fuge?
Das Entstehen kleiner Blasen beim Glätten von Silikon ist ein häufiges Problem. Es gibt dafür meist drei Hauptursachen, die oft mit der Technik oder den verwendeten Hilfsmitteln zusammenhängen:
1. Eingeschlossene Luft beim Auftragen (Hohlräume)
Dies ist die häufigste Ursache. Wenn das Silikon mit der Kartuschenpresse nicht gleichmäßig und mit ausreichendem Druck tief in die Fuge gespritzt wird, entstehen hinter oder in der Silikonwurst kleine Luftpolster.
- Was passiert beim Glätten? Wenn Sie mit dem Fugenglätter oder dem Finger darüberfahren, drücken Sie die Luft im Inneren zusammen oder verschieben sie. Da die Luft nicht entweichen kann, drückt sie sich als Blase an die Oberfläche.
- Lösung: Die Düse der Kartusche passend zur Fugenbreite abschneiden und das Silikon langsam und gleichmäßig „vor sich her“ schieben, um die Fuge vollständig von unten nach oben zu füllen.
2. Zu viel oder falsches Glättmittel (Schaumbildung)
Viele Heimwerker nutzen eine Mischung aus Wasser und Spülmittel.
- Was passiert beim Glätten? Wenn das Mischverhältnis zu hoch ist (zu viel Spülmittel) oder Sie die Fuge beim Glätten zu stark bearbeiten, entsteht Schaum. Diese winzigen Luftbläschen im Spülwasser werden in die Oberfläche des noch weichen Silikons eingearbeitet.
- Lösung: Verwenden Sie professionelles Glättmittel oder nur einen winzigen Tropfen Spülmittel auf viel Wasser. Sprühen Sie nicht zu viel auf das frische Silikon.
3. "Einarbeiten" von Luft durch das Glättwerkzeug
Wenn der Fugenglätter (oder der Finger) nicht in einem Zug durchgezogen wird, sondern zwischendurch abgesetzt oder ruckartig bewegt wird, kann Luft unter die Kante des Werkzeugs geraten.
- Was passiert beim Glätten? Durch das Hin- und Herbewegen schlagen Sie quasi Luft in die zähe Silikonmasse ein, ähnlich wie beim Aufschlagen von Eiweiß.
- Lösung: In einem möglichst langen, gleichmäßigen Zug ohne abzusetzen glätten.
4. Feuchtigkeit oder Ausgasungen im Untergrund
Falls der Untergrund (z. B. Fliesenkleber-Reste oder eine feuchte Fuge) noch nicht ganz trocken war, kann Feuchtigkeit eingeschlossen werden.
- Was passiert beim Glätten? Durch den Druck beim Glätten oder durch chemische Reaktionen können Gase entstehen, die nach oben steigen und Blasen bilden. Auch Primer (Haftvermittler), die nicht lange genug abgelüftet sind, können ausgasen.
- Lösung: Der Untergrund muss absolut trocken, sauber und fettfrei sein.
5. Qualität des Silikons
Minderwertiges oder überlagertes Silikon kann seine Viskosität verändern oder beim Herstellungsprozess bereits kleinste Lufteinschlüsse in der Kartusche haben (selten, aber möglich).
Tipps zur Vermeidung:
- Satter Auftrag: Füllen Sie die Fuge lieber mit etwas zu viel Material als mit zu wenig.
- Richtiges Werkzeug: Ein Fugenglätter aus Spezialkunststoff ist oft besser als der Finger, da er den Druck gleichmäßiger verteilt.
- Wenig Spüli: Das Glättmittel sollte kaum schäumen.
- Einmal ziehen: Versuchen Sie, die Fuge nach dem Benetzen mit Glättmittel nur ein einziges Mal abzuziehen. Jedes weitere Mal erhöht das Risiko von Blasen und unsauberen Rändern.
Was tun, wenn Blasen da sind? Wenn das Silikon noch frisch ist, können Sie versuchen, die Stelle vorsichtig aufzustechen und mit ganz wenig Glättmittel erneut glattzuziehen. Wenn das Silikon bereits eine Haut gebildet hat, hilft meist nur: Aushärten lassen, herausschneiden und neu machen.