Warum bezeichnet man Sicherheitsstreichhölzer oft auch als „Schwedenhölzer“?

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Die Bezeichnung „Schwedenhölzer“ verdanken Sicherheitsstreichhölzer der Tatsache, dass ihre entscheidende Weiterentwicklung und die anschließende weltweite industrielle Vermarktung Mitte des 19. Jahrhunderts in Schweden stattfanden.

Hier sind die drei Hauptgründe für den Namen:

1. Die Erfindung des Sicherheitsprinzips

Frühe Streichhölzer (Überallzünder) waren gefährlich: Sie enthielten giftigen weißen Phosphor und konnten sich durch bloße Reibung an fast jeder Oberfläche – oder sogar ungewollt in der Tasche – entzünden.

Der schwedische Chemiker Gustaf Erik Pasch erfand 1844 das Sicherheitsstreichholz. Er trennte die chemischen Komponenten:

  • Der (ungiftige) rote Phosphor wurde vom Zündkopf entfernt und stattdessen auf die Reibfläche der Schachtel aufgebracht.
  • Das Streichholz selbst entzündet sich dadurch nur noch an dieser speziellen Fläche.

2. Die industrielle Perfektionierung (Brüder Lundström)

Pasch hatte zwar das Patent, aber die kommerzielle Umsetzung gelang den Brüdern Johan Edvard und Carl Frans Lundström. Sie gründeten 1845 in Jönköping (Schweden) eine Zündholzfabrik. Sie verbesserten die Rezeptur und entwickelten Maschinen für die Massenproduktion.

Auf der Weltausstellung 1855 in Paris präsentierten sie ihre „Sicherheitszündhölzer“ und erhielten eine Goldmedaille. Von da an begann der Siegeszug der schwedischen Zündhölzer um die Welt.

3. Das schwedische Weltmonopol

Im frühen 20. Jahrhundert baute der schwedische Unternehmer Ivar Kreuger (bekannt als der „Zündholzkönig“) ein gigantisches Firmenimperium auf (Svenska Tändsticks Aktiebolaget, heute Swedish Match). Er kontrollierte zeitweise bis zu 70 % der weltweiten Zündholzproduktion. Da fast alle Haushalte weltweit Zündhölzer aus schwedischer Produktion oder nach schwedischem Patent bezogen, festigte sich der Begriff „Schwedenhölzer“ im allgemeinen Sprachgebrauch.

Zusammenfassend: Schweden machte das Streichholz durch die Trennung von Zündkopf und Reibfläche sicher und durch effiziente Fabriken zum Massenprodukt. Jönköping gilt deshalb bis heute als die „Stadt der Streichhölzer“.