Verliert Montagepaste durch das Eindringen von Wasser oder Reinigungsmitteln ihre schützende Wirkung?
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Ja, Montagepaste kann durch das Eindringen von Wasser und insbesondere Reinigungsmitteln ihre schützende Wirkung verlieren. Allerdings kommt es stark auf die Art der Belastung und die Qualität der Paste an.
Hier ist die detaillierte Erklärung, warum und wie das passiert:
1. Einwirkung von Wasser
Die meisten Montagepasten sind so konzipiert, dass sie wasserabweisend (hydrophob) sind. Dennoch gibt es Grenzen:
- Auswaschen: Bei direktem Kontakt mit Spritzwasser oder bei der Verwendung eines Hochdruckreinigers kann die Paste mechanisch aus den Zwischenräumen gespült werden.
- Emulgierung: Billige Pasten oder solche auf Mineralölbasis können bei dauerhafter Feuchtigkeit mit der Zeit emulgieren (sich mit Wasser vermischen), wodurch sie ihre Schmier- und Trenneigenschaften verlieren.
- Kapillareffekt: Wenn Wasser in feinste Spalten eindringt, in denen nicht genug Paste aufgetragen wurde, kann es dort zu Korrosion kommen, die die Schutzschicht der Paste von unten "unterwandert".
2. Einwirkung von Reinigungsmitteln (Das größere Problem)
Reinigungsmittel sind oft weitaus schädlicher für die Schutzwirkung als reines Wasser:
- Entfettende Wirkung: Reiniger (wie Kaltreiniger, Bremsenreiniger oder aggressive Fahrradreiniger) sind darauf ausgelegt, Fette und Öle zu lösen. Da Montagepasten aus einem Trägermedium (Fett/Öl) und Feststoffen (z. B. Keramik, Kupfer, Graphit) bestehen, löst der Reiniger das Bindemittel auf.
- Zersetzung: Aggressive alkalische oder säurehaltige Reiniger können die chemische Struktur der Paste angreifen. Zurück bleiben oft nur die trockenen Feststoffpartikel, die ohne das Trägerfett keinen Schutz mehr gegen Feuchtigkeit bieten und weggespült werden können.
3. Die Folgen des Wirkungsverlusts
Wenn die Montagepaste versagt, treten folgende Probleme auf:
- Kontaktkorrosion: Besonders bei unterschiedlichen Metallen (z. B. Alu-Sattelstütze in Stahlrahmen) fließen minimale Ströme, die die Metalle "verbacken" lassen.
- Festfressen (Galling): Schraubverbindungen lassen sich nicht mehr lösen, da die Trennschicht fehlt.
- Geräuschentwicklung: Das typische Knacken oder Quietschen an Pressfit-Lagern oder Schraubverbindungen entsteht oft, wenn die Paste ausgewaschen wurde.
Wie kann man den Schutz erhalten?
- Richtiges Auftragen: Die Paste sollte deckend aufgetragen werden, sodass keine Hohlräume bleiben, in die Wasser eindringen kann. Überschüssige Paste außen sollte abgewischt werden, aber die Spalte müssen versiegelt sein.
- Vorsicht beim Putzen: Den Strahl des Hochdruckreinigers niemals direkt auf Lagerstellen oder Schraubverbindungen richten.
- Wiederholung: Nach einer sehr intensiven Reinigung oder einer langen Wintersaison mit viel Salz und Wasser sollten kritische Verbindungen gelöst, gereinigt und neu gefettet werden.
- Spezialpasten nutzen: Für extrem nasse Bedingungen gibt es spezielle "Marine-Grade" Montagepasten, die eine besonders hohe Auswaschbeständigkeit haben.
Fazit: Während die Paste gegen normales Regenwasser recht beständig ist, können Hochdruckreiniger und Entfetter den Schutz innerhalb kürzester Zeit zerstören. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher ratsam.