Verbraucht ein Ladekabel Strom, wenn es in der Steckdose steckt, aber kein Gerät daran angeschlossen ist?

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Die kurze Antwort lautet: Ja, ein Ladegerät verbraucht Strom, wenn es in der Steckdose steckt, auch wenn kein Gerät (Handy, Laptop etc.) daran angeschlossen ist.

Hier sind die Details dazu, warum das so ist und wie viel es dich kostet:

1. Warum wird Strom verbraucht?

In modernen Ladegeräten steckt ein sogenanntes Schaltnetzteil. Dieses enthält einen Transformator, der die 230 Volt aus der Steckdose in die niedrige Spannung für dein Gerät (z. B. 5 oder 12 Volt) umwandelt. Damit das Ladegerät sofort einsatzbereit ist, sobald du ein Handy anschließt, muss ein kleiner Teil der Elektronik ständig aktiv sein. Dieser „Leerlaufbetrieb“ verursacht den Stromverbrauch.

2. Wie viel Strom ist das?

Der Verbrauch ist bei modernen, hochwertigen Ladegeräten sehr gering, aber vorhanden:

  • Moderne Ladegeräte: Seit 2010 gibt es EU-Richtlinien (Ökodesign-Richtlinie), die den Standby-Verbrauch begrenzen. Die meisten Marken-Ladegeräte verbrauchen im Leerlauf zwischen 0,01 und 0,2 Watt.
  • Ältere oder sehr billige Netzteile: Hier kann der Verbrauch höher liegen, teils bei 0,5 bis 1 Watt.
  • Große Netzteile (z. B. Laptop): Diese verbrauchen oft etwas mehr als kleine Handy-Stecker.

3. Was kostet das im Jahr?

Rechnen wir mit einem durchschnittlichen Wert von 0,2 Watt, wenn das Ladegerät das ganze Jahr (8.760 Stunden) ungenutzt in der Steckdose steckt:

  • 0,2 W × 8.760 h = 1.752 Wh ≈ 1,75 kWh pro Jahr.
  • Bei einem Strompreis von ca. 40 Cent pro kWh ergeben sich Kosten von etwa 0,70 € pro Jahr.

Wenn du also 10 Ladegeräte dauerhaft in der Steckdose lässt, zahlst du jährlich etwa 7 Euro für „nichts“.

4. Woran erkennt man den Verbrauch?

Ein deutliches Zeichen für Stromverbrauch ist Wärme. Wenn sich das Ladegerät warm anfühlt, obwohl kein Gerät angeschlossen ist, wandelt es Strom in Wärme um – der Verbrauch ist in diesem Fall deutlich messbar.

5. Weitere Gründe, den Stecker zu ziehen

Neben den (geringen) Kosten gibt es zwei weitere Gründe, das Kabel auszustecken:

  1. Brandschutz: Billige oder defekte Netzteile können überhitzen und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen. Das Risiko ist zwar gering, aber vorhanden.
  2. Lebensdauer: Die elektronischen Bauteile im Inneren altern, solange sie unter Spannung stehen. Ausstecken verlängert das Leben des Ladegeräts.

Fazit

Ein einzelnes Ladegerät macht sich kaum auf der Stromrechnung bemerkbar. In der Summe aller Haushalte weltweit ist dieser „Vampir-Strom“ jedoch eine enorme Energieverschwendung. Am einfachsten ist die Nutzung einer schaltbaren Steckdosenleiste, um alle Ladegeräte mit einem Klick vom Netz zu trennen.